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Nierentumoren

Zufallsbefund im Ultraschall

Der Nierentumor (Nierenzellkarzinom) verursacht erst spät Beschwerden und wird deshalb oft in einem fortgeschrittenen Stadium oder zufällig bei einer Ultraschall-Untersuchung des Bauches diagnostiziert. Trotz einer späten Diagnose ist die allgemeine Prognose als gut anzusehen. Das wichtigste Symptom ist Blut im Urin.

Krankheitsbild

Bei Nierenkrebs treten Symptome meist erst recht spät auf. In der Regel zeigt sich Blut im Urin. Oft klagen die Patienten auch über Schmerzen in der Seite. In einem sehr fortgeschrittenen Wachstum kann ein Tumor von außen zu ertasten sein. Häufig zeigen sich Symptome erst durch eine Fernabsiedelung des Tumors, z. B. in die Knochen.

Epidemiologie

Nierenkrebs betrifft meist Patienten um die 70 Jahre. Männer erkranken doppelt so häufig an diesem Tumor wie Frauen. In den letzten Jahren stieg die Zahl der Erkrankten beider Geschlechter gegenüber der Zeit davor um etwa 10%. Dafür starben weniger Menschen an der Krankheit.

Nierenkrebs MännerNierenkrebs Frauen

Anteil von Nierenkrebs bei Männern und Frauen in Deutschland 2010 im Verhältnis zu anderen Krebserkrankungen Erstellt nach Zentrum für Krebsregisterdaten; Krebs in Deutschland 2009/2010, 9.Ausgabe, 2013

Risikofaktoren

Zu den wichtigsten Risikofaktoren für einen Nierentumor zählen Tabakkonsum und Übergewicht. Weiterhin gibt es seltene Erbkrankheiten, die mit einem erhöhten Risiko für die Ausbildung eines Nierentumors einhergehen.

Unterteilung

Bei Erwachsenen geht der Tumor in 90% von einer bestimmten Zellart der Nieren aus und wird als Nierenzellkarzinom bezeichnet. Die häufigste Tumorart bei Kindern ist der sogenannte Wilms-Tumor (Nephroblastom). Je nach Ausbreitung des Tumors werden die Nierenzellkarzinome in vier Stadien eingeteilt. Die Stadien beziehen sich darauf, ob der Tumor auf die Niere beschränkt ist, die umgebende Kapsel durchbrochen, Nachbarorgane befallen oder gestreut hat.

Diagnostik und Therapie

Nierentumoren werden häufig bei einer Ultraschalluntersuchung per Zufall entdeckt. Besteht ein Verdacht, wird eine Computertomographie (CT) oder eine MRT gemacht, um die genaue Ausbreitung zu erkennen. Mittels Farbdopplersonographie oder Angio-CT wird festgestellt, ob sich der Tumor schon in die Nierenvene oder die große Hohlvene ausgebreitet hat. Wichtig ist auch die Suche nach Fernmetastasen in Lunge, Leber, Hirn und Skelett.

Therapeutisch wird meist die gesamte Niere mit umgebender Kapsel und auch die Nebenniere in einer Operation entfernt. Nur bei kleinen Tumoren kommt eine Teilentfernung der Niere infrage. Hat der Tumor schon viele Metastasen gebildet, kommt eine palliative Therapie in Betracht.

Prognose

Insgesamt haben Nierentumoren eine recht gute Prognose. Dies liegt daran, dass dreiviertel aller Nierentumoren durch Zufall im Ultraschall schon frühzeitig erkannt werden, somit noch auf die Niere begrenzt und daher gut operabel sind. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate beträgt bei Männern 75% und bei Frauen 77%.

Weiterführende Informationen zu Stadium-Einteilung und Therapiemöglichkeiten finden Sie auf der Seite des Deutschen Krebsinformationsdienstes und auf Onkopedia, der Informationsseite der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO), in Form der Leitlinien zum Nierenzellkarzinom .

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