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Krebs und Ernährung

Wie unser Essen einer Krebserkrankung Vorschub leisten oder das Risiko senken kann

Es ist bekannt, dass sich eine vitaminreiche Ernährung gesundheitsfördernd auswirken kann. Aber kann unsere Ernährung auch schädlich oder sogar Ursache für Krebs sein? Wir klären auf, worauf Sie achten sollten.

Die Ernährungsgewohnheiten eines Menschen können seinen Gesundheitszustand mitbestimmen. Niemand zweifelt heute mehr an der Bedeutung der Vitamine für die Erhaltung der Gesundheit und Vitalität. Sie können aber auch dazu beitragen, verschiedene Krebsarten zu verhüten. Im Gegensatz zur herkömmlichen Meinung genügt es jedoch nicht, z. B. zwei Äpfel pro Tag zu essen, um „gesund zu bleiben“. Nur wenn für die entsprechende Vielfalt an Obst und Gemüse gesorgt wird, können Schutzmechanismen zum Tragen kommen. Ballaststoffe fördern eine rasche Darmentleerung und steigern die Beweglichkeit der Darmwand, was ebenfalls als Schutzmechanismus gegen zahlreiche Krankheiten darstellt, darunter auch Krebs.

Ausgewogene Ernährung ist also wichtig. Wenn man sich an diese hält, ist auch ein gelegentlicher Stopp bei einem Fast Food-Restaurant nicht weiter schlimm. Allgemein sollte auf eine zu fettreiche Ernährung verzichtet werden. Einige Studien haben gezeigt, dass eine fettreiche, ballaststoffarme Ernährung das Auftreten von Dickdarm- und Brustkrebs begünstigt. Ebenso kann regelmäßiger und übermäßiger Alkoholkonsum bestimmte Krebsarten (v. a. im Mund- und Rachenraum) begünstigen. Diese negative Wirkung verstärkt sich noch zusätzlich, wenn geraucht wird.

Süßstoffe sowie so genannte Light-Produkte (auch Butterersatzstoffe) sollten nur in Verbindung mit einer vielseitigen, ausgewogenen Ernährung konsumiert werden. Zusatzstoffe stellen praktisch kein Risiko dar, da sie einer sehr strengen Kontrolle unterliegen. Ausnahmen bilden Nitrite und Glutamate, die durch zu hohe Aufnahme ein Krankheitsrisiko darstellen.

Wenn Sie die folgenden Punkte beherzigen, senken Sie nicht nur Ihr Risiko, an Krebs zu erkranken, sondern beugen auch vielen weiteren Krankheiten wie etwa Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor:

  • Erhaltung des Idealgewichts
    Personen mit 40% oder mehr Übergewicht tragen ein erhöhtes Risiko für Dickdarm-, Brust-, Prostata-, Gallenblasen-, Eierstock- und Gebärmutterkrebs.
  • Vielfalt von Gemüse und Obst:
    Der tägliche Konsum von Gemüse und frischem Obst senkt das Risiko für Lungen-, Prostata-, Blasen-, Speiseröhren-, Magen- und Dickdarmkrebs.
  • Ballaststoffreiche, faserreichen Kost
    Ballaststoffreiche Nahrung kann das Risiko für Darmkrebs herabsetzen.
  • Wenig fettreiche Speisen
    Fettreiche Kost kann zur Entwicklung mancher Krebsarten, insbesondere von Brust-, Darm- und Prostatakrebs, beitragen.
  • Mäßiger Alkoholkonsum
    Hoher Alkoholkonsum, besonders in Verbindung mit Zigarettenrauchen, erhöht das Risiko für Mund-, Luftröhren-, Kehlkopf-, Speiseröhren- und Leberkrebs.
  • Eingeschränkter Konsum von gepökelten, geräucherten und salzkonservierten Lebensmitteln
    Diese Form der Konservierung kann zu krebserregenden Stoffen führen, die das Risiko für Speiseröhren- und Magenkrebs erhöhen.

Umfangreiches Informationsmaterial für eine gesunde Ernährung erhalten Sie unter anderem bei der Deutschen Krebshilfe .

Plastikverpackungen von Lebensmitteln haben keinen krebserregenden Einfluss auf Menschen. Plastik ist weder in Wasser noch in Öl löslich, sodass es beim Konsum von Lebensmitteln oder Getränken nicht aufgenommen wird.

Keine Gefahr durch die Mikrowelle

Auch durch die Benutzung von Mikrowellen entsteht keine erhöhte Krebsgefahr. Bei der Erhitzung werden praktisch keine krebserzeugenden Stoffe freigesetzt. Dafür bleiben Vitamine und Mineralstoffe wegen der kurzen Garzeit erhalten.

Dahingegen stellt der übermäßige Genuss von gegrillten, gerösteten oder gar verbrannten Speisen ein Risiko dar. Durch den Zubereitungsvorgang werden Teile der Speisen unverdaulich oder sogar giftig gemacht. Bei der Zubereitung von Speisen am Holzkohlengrill entstehen krebserregende Stoffe. Ausschlaggebend für das Krebsrisiko ist aber die Häufigkeit des Verzehrs.

Belastete Nahrungsmittel

Der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln birgt ein Krebsrisiko, das durch strenge Grenzwerte bei Lebensmitteln in Deutschland gemindert werden soll. Hoher Nitratgehalt, Pestizide und Schimmelpilzgifte werden manchmal aber noch auf Obst, Gemüse und in Gewürzen gefunden. Davor schützen kann man sich am besten, wenn man saisonales Obst und Gemüse kauft oder auf Tiefkühlware umsteigt.

Lebensmittelzusatzstoffe unterliegen in Deutschland und der EU strengen Regeln: Sie dürfen erst nach der Zulassung durch Expertengremien verarbeitet werden und stehen auch nach der Zulassung unter Kontrolle. Informationen zu Schadstoffbelastungen in unserer Nahrung erhalten Sie außerdem beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit und dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

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