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Lebensverlängerung steht im Vordergrund

Wie lässt sich ein Multiples Myelom therapieren?

Eine dauerhafte Heilung des Multiplen Myeloms ist noch nicht möglich. Aber es gibt inzwischen eine Vielzahl von Therapien, mit denen sich die Krankheit ausbremsen und das Leben der Betroffenen deutlich verlängern lässt.

Die Überlebenszeit mit der Diagnose Multiples Myelom hat sich den letzten Jahren durch neue Behandlungsmöglichkeiten verbessert. Ziel jeder Therapie ist es, Leben zu verlängern und die Lebensqualität zu verbessern.

Wann muss behandelt werden?

Je nach den Beschwerden oder Fortschritt der Erkrankung wird entschieden, ob eine Behandlung sinnvoll ist. Die Notwendigkeit für einen Therapiebeginn wird anhand von vier Kriterien gemessen, die auch CRAB-Kriterien genannt werden:

  • C (engl. für „hyper calcemia“): erhöhte Kalziumkonzentration im Blut
  • R (engl. für „renal insufficiency“): Nierenfunktionsstörung
  • A (engl. für „anemia“): Blutarmut
  • B (engl. für „bone lesions“): Befall der Knochen mit Knochenauflösungen (fachsprachlich Osteolysen)

Beträgt der Anteil der Plasmazellen im Knochenmark mehr als zehn Prozent und liegt mindestens ein CRAB-Kriterium oder mindestens eines der so genannten SLiM-Kriterien vor, ist die Erkrankung behandlungsbedürftig. Hier die SLiM-Kriterien:

  • S (engl. für „sixty“): Anteil der Plasmazellen im Knochenmark beträgt ≥ 60 Prozent
  • Li (engl. für „light chain“): Verhältnis sogenannter beteiligter und unbeteiligter freier Leichtketten
  • M (engl. für „MRI“): Mehr als eine Veränderung im Knochen (sogenannte Läsion) im MRT

Die Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung wird an jeden Patienten angepasst, denn das Multiple Myelom unterscheidet sich  stark von Patient zu Patient. Die Therapiewahl hängt dabei unter anderem vom Fortschritt der Erkrankung, dem Alter und allgemeinen Gesundheitszustand des Betroffenen sowie von bereits vorhandenen Erkrankungen ab.

Da es sich um eine sogenannte systemische Erkrankung mit dem Befall des gesamten Knochenmarks handelt, ist ein operativer Eingriff nicht möglich. Es stehen jedoch mehrere andere Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Dazu zählen:

Es können auch mehrere Therapien miteinander kombiniert werden.

Die Einführung neuer Medikamente hat zu einer Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten und auch der Prognose geführt.

Erfahren Sie in diesem Video mehr über die Therapie des Multiplen Myeloms:

 

Regelmäßige Blutkontrolle

Das Knochenmark, in dem das Blut gebildet wird, reagiert auf einige Therapien besonders empfindlich. Das kann die Produktion des Blutes  stark beeinträchtigen und macht den Patienten anfällig für Infektionen, Blutarmut und Blutungen. Deshalb wird während der Therapie in der Regel eine regelmäßige Blutkontrolle durchgeführt.

Rückfall möglich

Trotz großer Fortschritte in der Therapie des Multiplen Myeloms lässt sich ein Rückfall (Rezidiv) nur schwer verhindern. Mehr als 90 Prozent der therapierten Patienten sind hiervon betroffen. Deshalb sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sehr wichtig. Die Abstände zwischen den Untersuchungen hängen vom Befinden und dem Krankheitsverlauf ab. Durch solche Nachsorgeuntersuchungen soll ein möglicher erneuter Ausbruch der Krankheit ebenso erkannt werden wie Begleit- oder Folgeerkrankungen, sodass von ärztlicher Seite rechtzeitig eingegriffen werden kann.

Das Multiple Myelom gilt als eine nicht heilbare Erkrankung. Die Verfügbarkeit zahlreicher wirksamer Therapieoptionen ermöglicht jedoch für viele Patienten eine erfolgreiche Eindämmung der Krankheit für einen längeren Zeitraum.

Wie Sie als Patient oder Angehöriger die Therapie unterstützen können erfahren Sie hier:

 

Weitere Informationen zum Multiplen Myelom finden Sie auf der Onlineplattform der Deutschen Krebsgesellschaft sowie im Blauen Ratgeber der Deutschen Krebshilfe.

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