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Psychoonkologische Versorgungsstruktur in Deutschland

Wie finde ich einen Psychoonkologen?

Das psychoonkologische Betreuungs- und Therapieangebot hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm verbessert. Dennoch existiert in der Versorgungssituation ein großes Gefälle zwischen Stadt und Land.

Seit der Gründung des ersten psychoonkologischen Konsiliar-/Liaisondienstes in Zürich Anfang der 1970er-Jahre hat sich auch in Deutschland eine psychoonkologische Versorgungsstruktur entwickelt.

Psychoonkologische Angebote können in verschiedenen Einrichtungen und in allen Phasen der Erkrankung – sei es nach Diagnosestellung ,während der Therapie, nach der Therapie, beim Wiedereinstieg in den Alltag oder bei einem Rückfall – in Anspruch genommen werden.

  • Psychoonkologische Versorgung im Akutbereich: Neben Universitätskliniken verfügen auch kleinere Kliniken in der Regel über Psychoonkologen. Patienten und Angehörige können auf Wunsch den behandelnden Arzt bitten, dass ein Psychoonkologe hinzugezogen wird. Die Psychoonkologen beraten und behandeln während des stationären Aufenthaltes und manchmal auch darüber hinaus, wenn der Patient schon entlassen ist.
  • Psychoonkologische Versorgung im nachstationären Bereich: Auf dem Weg zurück in den Alltag existieren verschiedene psychoonkologische Angebote. In Deutschland gibt es eine gute Versorgungsstruktur an Rehabilitationskliniken, in denen Psychoonkologen konsultiert werden können. Die ambulante Versorgungsstruktur ist zumeist gut ausgebaut – allerdings fehlen manchmal noch Psychoonkologen im ländlichen Bereich. Zur Unterstützung stehen niedergelassene Psychotherapeuten sowie Psychoonkologen und psychoonkologische Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände zur Verfügung.

Eine erste Anlaufstelle, Ergänzung oder Alternative zu einer psychoonkologischen Betreuung sind die Krebsberatungsstellen oder Selbsthilfegruppen.

Wenn Ihnen während Ihrer medizinischen Behandlung noch keine psychologische Unterstützung angeboten wurde, fragen Sie Ihren behandelnden Onkologen danach. Sie haben ein Recht darauf und sollten dieses auch einfordern. Ihr Onkologe wird Sie entsprechend vermitteln oder überweisen. Die Kosten für die psychoonkologische Beratung übernehmen in der Regel die Krankenkassen.

In dem Verzeichnis der DAPO (Deutsche Arbeitsgemeinschaft der Psychoonkologen e.V.) und beim KID (Krebsinformationsdienst, Heidelberg) finden Sie eine Liste mit speziell ausgebildeten Psychoonkologen. Onkologische Praxen mit psychoonkologischer Beratung finden Sie auch in unserem Praxisverzeichnis.

Kein flächendeckendes Therapieangebot

Die Dichte an psychoonkologischen Betreuungsangeboten variiert lokal sehr stark. In der Regel ist in Großstädten leichter eine Anlaufstelle zu finden als in ländlichen Gegenden. Auch in den Bundesländern ist das Betreuungsangebot sehr unterschiedlich.

Durch die Zunahme an Krebserkrankungen steigt auch die Nachfrage nach psychoonkologischen Betreuungsangeboten. In manchen Gegenden muss mit langen Wartezeiten gerechnet werden, da die Angebote nicht gleichmäßig verteilt sind. Hier können Krebsberatungsstellen unter Umständen die Lücken bei bestimmten Fragestellungen schließen.

Kümmern Sie sich frühzeitig um einen Termin. Gerade in ländlichen Gegenden können die Wartezeiten sehr lange sein.

Der Ausbau der psychoonkologischen Versorgung ist auch ein Anliegen der Bundesregierung. Im Nationalen Krebsplan wurde 2008 das Ziel formuliert, allen Krebspatienten eine bedarfsgerechte psychoonkologische Unterstützung anbieten zu können.

Die Berufsgruppe Psychoonkologe

Die Berufsbezeichnung Psychoonkologe ist gesetzlich nicht geschützt. Der Grund liegt darin, dass es noch keine anerkannte Weiterbildung durch entsprechende berufsständische Körperschaften gibt. Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter und -pädagogen, Kreativtherapeuten, Seelsorger, Pflegekräfte und weitere Berufsgruppen bieten Dienste als Psychoonkologen an.

Die Basis für eine erfolgreiche psychoonkologische Therapie ist ein vertrauensvolles Verhältnis zu Ihrem Therapeuten. Da Sie über einen längeren Zeitraum mit Ihrem Therapeuten zusammenarbeiten werden, sollten Sie wenn möglich sorgfältig wählen. Wichtig ist, dass Sie sich gut aufgehoben und verstanden fühlen. Das ist die Grundlage für eine gute Zusammenarbeit.

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