Wer übernimmt die Kosten für die Palliativpflege? Krebshilfe Krebserkennung Krebsfrüherkennung

Finanzielle Regelungen in der Palliativpflege

Wer übernimmt die Kosten für die Palliativpflege?

Für Krebspatienten, die nur eine begrenzte Lebenserwartung haben, die unter Schmerzen leiden und auf die Unterstützung anderer angewiesen sind, kann viel getan werden, damit es ihnen in ihrer verbleibenden Zeit so gut wie eben möglich geht. Lesen Sie, in welcher Höhe und von wem die Kosten hierfür übernommen werden.

Unabhängig von den eigenen finanziellen Möglichkeiten hat jeder Krebspatient, dessen Krankheit nicht heilbar, fortschreitend und weit fortgeschritten ist, bei einer zugleich begrenzten Lebenserwartung Anspruch auf eine palliativmedizinische und/oder palliativpflegerische Versorgung. Hierbei wird zwischen stationärer und ambulanter Hospizleistung sowie spezialisierter ambulanter Palliativversorgung unterschieden.

  • Stationäre und ambulante Hospizleistungen
    Ist eine ambulante Versorgung im Haushalt oder in der Familie des Patienten nicht möglich, so hat der Versicherte, soweit er keiner Krankenhausbehandlung bedarf, Anspruch auf Zuschuss zu stationärer oder teilstationärer Versorgung in einem Hospiz. Die Krankenkasse trägt die zuschussfähigen Kosten zu 90%, bei Kinderhospizen zu 95%.
    Bedarf der Patient keiner Krankenhausbehandlung und keiner stationären oder teilstationären Versorgung in einem Hospiz, so kann er ambulante Hospizdienste zur qualifizierten Sterbebegleitung in Anspruch nehmen. Die Krankenkassen haben ambulante Hospizdienste zu fördern, die diese Sterbebegleitung unter der fachlichen Verantwortung einer qualifizierten Person ehrenamtlich anbieten.

  • Spezialisierte ambulante Palliativversorgung
    Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung dient dazu, dem Patienten eine medizinisch-pflegerische Behandlung einschließlich ihrer Koordination insbesondere im Bereich Schmerztherapie und Symptomkontrolle in vertrauter häuslicher oder familiärer Umgebung zu ermöglichen. Sie kann sowohl alleine oder (in Teilleistungen) zusätzlich zu einer ambulanten oder stationären Hospizleistung als auch in stationären Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen oder der Kinder- und Jugendhilfe erbracht werden.
    Anspruch auf eine solche Behandlung haben Patienten, die eine besonders aufwändige Versorgung benötigen. Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung muss von einem Vertrags- oder Krankenhausarzt verordnet werden.
    Für die Vergütung und deren Abrechnung schließen die Krankenkassen in diesem Fall Verträge mit den zur Versorgungsdurchführung geeigneten Einrichtungen oder Personen. Genaueres regelt der Gemeinsame Bundesausschuss in Richtlinien zur Verordnung von spezialisierter, ambulanter Palliativversorgung.

Erkundigen Sie sich auch bei Ihrer Kranken- und/oder Pflegekasse (letzteres nur, wenn Sie in eine Pflegestufe eingeordnet sind). Dort bekommen Sie Informationen über mögliche Zusatzleistungen. Weitere Informationen finden Sie bei der Deutschen Stiftung Patientenschutz.

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