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Psychische Grundbedürfnisse

Was sind psychische Grundbedürfnisse?

Jeder kennt körperliche Grundbedürfnisse wie Essen und Trinken. Es gibt aber auch psychische Grundbedürfnisse, deren Gleichgewicht sich positiv auf unsere Lebensqualität auswirkt. Dieses Gleichgewicht kann durch die Diagnose Krebs massiv gestört werden.

Um ein zufriedenes Leben zu führen benötigen wir ein psychisches Gleichgewicht. Zumeist merken wir ganz intuitiv, was wir brauchen oder was uns stört. Die Wissenschaft hat die psychischen Grundbedürfnisse in vier Dimensionen eingeteilt:

  • Kontrolle und Orientierung: Die Fähigkeit, eine Situation kontrollieren oder Entscheidungen treffen zu können, trägt zur innernen und äußeren Sicherheit eines Menschen bei. Dazu bedarf es der Orientierung in Raum und Zeit sowie in gesellschaftlichen Gefügen. Dies ermöglicht einem, zu erkennen und selbstbestimmt zu wählen oder planen, was man tun möchte und was nicht.

  • Lustgewinn und Vermeiden von Unlust: Lustgewinn und Unlustvermeidung sind eng verbunden mit Zufriedenheit und Wohlbefinden. Das zeigt sich beispielsweise in der freien Wahl von Beruf, Partner, Interessen, Freunden etc. Schlicht gesagt versucht man so weit es geht nur das zu tun, worauf und woran man Lust hat, und möglichst Situationen und Menschen zu meiden, die man nicht mag.

  • Stabilität des Selbstwerts: Selbstwert hängt eng zusammen mit dem Ich-Sein, der Selbstperspektive und der Selbstachtung und beeinflusst inneres Gleichgewicht und Zufriedenheit. Ohne Stabilität wäre man gelähmt von Selbstzweifeln. Eine Folge davon kann sein, dass man sich zurückzieht und den Kontakt zu anderen Menschen abbricht.

  • Bindung und Zugehörigkeit: Als soziale Wesen geben uns intakte soziale Beziehungen emotionalen Halt und Geborgenheit. Dies gilt für extrovertierte als auch für introvertierte Menschen. Der Verlust dieses Halts auf längere Zeit geht einher mit dem Verlust von innerem Gleichgewicht und Zufriedenheit.

Bei einer Krebserkrankung kann das Gleichgewicht mindestens eines, meistens jedoch mehrerer psychischer Grundbedürfnisse verloren gehen. Der empfundene Kontrollverlust auf Grund der Krebsdiagnose trifft viele Patienten schwer.

Manche Patienten suchen die Schuld für die Erkrankung bei sich und bringen dadurch ihr Selbstwertgefühl ins Wanken. Außerdem wollen die wenigsten längere Zeit im Krankenhaus verbringen, so dass sich durch den therapiebedingten Aufenthalt die Unlust vermehrt. Das durch die Medikamente veränderte Aussehen kratzt am Selbstwertgefühl, fördert Unzufriedenheit und Unlust und führt ggf. dazu, dass soziale Kontakte vermieden werden.

Verlust der natürlichen Intuition

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Aspekt ist die verlorene natürliche Intuition. Bei einer Grippe kann man gut einschätzen, wie krank man ist und wann man einen Arzt aufsuchen sollte. Zudem sind wir es gewohnt, dass man sich im Krankheitsfall schlecht fühlt und eine Therapie zu einer Besserung führt.

Bei einer Krebserkrankung ist das häufig anders. Oft fühlen sich Patienten bei der Diagnose nicht krank. Nach Beginn einer Therapie geht es ihnen jedoch zunächst aufgrund der Nebenwirkungen schlechter. Dennoch müssen sie daran glauben, dass es ihnen dadurch auf lange Sicht besser gehen wird. Das kann sehr verwirrend sein und die Eigenwahrnehmung ins Wanken bringen.

Körpergefühl und Selbstwahrnehmung bei einer Krebserkrankung unterscheiden sich sehr von anderen Krankheiten.

Die meisten Krebspatienten hadern zu irgendeinem Zeitpunkt mit sich selbst und sind psychisch nicht ausgeglichen. Wichtig zu wissen ist, dass man diese Phase alleine durchstehen kann, aber nicht muss. Spezielle Hilfsangebote werden zunehmend ausgeweitet und gerade in einem solchen Fall können Sie Hilfe bei einem Psychoonkologen oder auch in Selbsthilfegruppen suchen.

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