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Formen und Ablauf

Was passiert bei der Strahlentherapie?

Unter einer Strahlentherapie versteht man eine Behandlung mit ionisierenden Strahlen (ultraharte Röntgenstrahlen, radioaktive Strahlen). Für die angestrebte Zerstörung des Tumors ist je nach Krebsart eine andere Strahlendosis notwendig, da die verschiedenen Tumore unterschiedlich empfindlich auf die Bestrahlung reagieren. Die Wirkung der Strahlentherapie beruht auf einer Hemmung der Zellteilung und auch einer Zerstörung der Tumorzellen. Die Bestrahlung selbst ist in der Regel schmerzlos.

Prinzipiell werden zwei Formen der Strahlentherapie unterschieden:

  • Eine Teletherapie (Bestrahlung von außen) stellt die am häufigsten angewandte Behandlungsform dar. Mit unterschiedlichen Therapiegeräten (Linearbeschleuniger, Telekobalttherapiegerät) wird meist über mehrere Strahlenfelder aus verschiedenen Richtungen die Dosis in den Tumor eingestrahlt. So kann die Dosis im Tumor konzentriert werden, ohne dass gesundes Gewebe nennenswert von der Strahlung beeinträchtigt wird.

  • Bei einer Brachytherapie (Bestrahlung von innen) werden radioaktive Strahler in speziellen Hülsen, Schläuchen oder Nadeln in eine Körperhöhle (z.B. Gebärmutter, Scheide, Speiseröhre, Luftröhre) oder direkt in das Tumorgewebe eingebracht. Der Applikator wird mit einem radioaktiven Strahler beladen, der über einen begrenzten Zeitraum (meist Minuten) die entsprechende Region bestrahlt.

Die gesamte Strahlendosis, mit der ein Tumor bekämpft werden soll, wird zur besseren Verträglichkeit in mehrere Einzelsitzungen verabreicht. Eine Sitzung dauert meist nur kurze Zeit (Sekunden bis Minuten). Für die Behandlung bösartiger Tumore ist im Schnitt eine Bestrahlung über drei bis acht Wochen meist fünf Sitzungen pro Woche notwendig. Die einzelnen Sitzungen dauern dabei nur wenige Minuten. Generell sollten während einer Strahlentherapie keine Sitzungen ausgelassen werden.

Sollten Sie einen Bestrahlungstermin nicht einhalten können, informieren Sie umgehend Ihren Arzt!

Der endgültige Bestrahlungserfolg kann erst nach sechs bis zwölf Wochen beurteilt werden. Dieser Zeitraum ist notwendig, da die abgetöteten Tumorzellen vom körpereigenen Immunsystem abtransportiert werden müssen. Durch zur Hilfenahme einer Schnittbildgebung (z.B. Computertomographie, Ultraschalluntersuchung) während der Bestrahlung, können in speziellen Situationen Hinweise auf das Tumoransprechen gegeben werden.

Die Strahlentherapie ist in der Regel schmerzlos. Allerdings kann es zu Nebenwirkungen, vor allem Hautreizungen kommen. Deshalb sollten Sie auf eine besondere Hautpflege achten.

Die Bestrahlung wirkt nur zum Zeitpunkt des Eindringens in den Körper, d.h. es sind keine Einschränkungen in Ihren üblichen Aktivitäten oder im Umgang mit anderen Personen zu berücksichtigen. Allerdings kann es nach der Bestrahlung zu einer allgemeinen Müdigkeit kommen. Gönnen Sie Ihrem Körper die Ruhe, die er verlangt. Spaziergänge an der frischen Luft werden Ihnen gut tun, aber eine Wanderung sollten Sie verschieben.

Mehr über das Thema Strahlentherapie finden Sie in dem Buch Strahlenterapie Anne Schlaaf und Dr. Gerhard Schneider, erschienen 2013 im Dreies Verlag (2013).

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