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Entstehung von Krebs

Was macht eine Zelle zur Krebszelle?

Krebs entsteht durch eine Veränderung unserer Zellen. Diese so genannten „entarteten“ Zellen unterscheiden sich von gesunden Zellen. Das Wissen um die Änderungen in unseren Zellen erleichtert es, die Krebserkrankung selber zu verstehen.

Krebs ist die Bezeichnung für bösartige (maligne) Tumoren. Sie entstehen, wenn eine Zelle des Körpers entartet. Das heißt, dass sich eine Zelle durch Veränderungen (Mutationen) ihres Erbguts (Genoms) den natürlichen Kontroll- und Reparaturmechanismen des Körpers entzieht. Da die körpereigenen Schutzmechanismen in der Regel greifen, kommt es entweder gar nicht zu einer Krebserkrankung oder erst nach Jahren oder Jahrzehnten

Erst durch wiederholte oder mehrere kombinierte, erbgutschädliche Einflüsse ist das Genom einer Zelle so geschädigt, dass die Schutzmechanismen nicht mehr funktionieren. Dadurch werden Mutationen bei der Zellteilung an die Tochterzellen weitergegeben und es entstehen Tumorzellen. Diese unterscheiden sich in folgenden Punkten von normalen Zellen:

  • Eigenständiges Zellwachstum: Gesunde Zellen können sich nur teilen, wenn sie zuvor das Signal dazu von zellexternen Wachstumsfaktoren erhalten haben. Die Teilung von Tumorzellen findet hingegen unabhängig von Wachstumsfaktoren statt.
  • Unreguliertes Zellwachstum: Im gesunden Zustand bewirken einige Signalstoffe die Hemmung eines weiteren Zellwachstums, andere den Zelltod. Tumorzellen sind gegenüber den Signalstoffen unempfindlich und können ungehindert weiterwachsen und sich vermehren.
  • Ungehemmtes Wachstumspotenzial: Gesunde Zellen verfügen über einen Mechanismus, der ihnen erlaubt, sich nur in bestimmtem Ausmaß zu teilen. Bei Tumorzellen funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr, sodass sie sich beliebig oft teilen können.
  • Deaktivierte Fähigkeit zum programmierten Zelltod (Apoptose): Bei nicht zu behebenden Schäden sind gesunde Zellen in der Lage, Selbstmord zu begehen. Tumorzellen sind jedoch unempfindlich gegenüber den Signalen, die diesen einleiten.
  • Fähigkeit zur Versorgung durch Blutgefäße: Je größer der neu entstandene Zellverbund von Tumorzellen ist, desto mehr Zufuhr von Sauerstoff und Nährstoffen benötigt er. Um die eigene Versorgung zu sichern, sind Tumorzellen in der Lage, das Wachstum neuer Blutgefäße anzuregen.
  • Fähigkeit zur Invasion und zur Metastasen-Bildung: Im Gegensatz zu den meisten normalen Zellen, die einen festen Standort im Körper haben, können Tumorzellen im Körper wandern und dadurch an anderen Stellen weitere Geschwülste (Metastasen) bilden. Außerdem können sie in andere Gewebe hineinwachsen und/oder diese verdrängen.
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