Wahrnehmungsstörungen können symptomatisch sein Krebshilfe Krebserkennung Krebsfrüherkennung

Krebserkrankungen des zentralen Nervensystems

Wahrnehmungsstörungen können symptomatisch sein

Unter Krebserkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) versteht man gut- und bösartige Neubildungen im Gehirn und Rückenmark. Tumoren im Gehirn sind die häufigsten Neubildungen des ZNS und machen 95% der Fälle aus.

Krankheitsbild

Je nach Art, Lage und Größe eines Tumors des zentralen Nervensystems sind die Symptome unterschiedlich. Handelt es sich um einen Gehirntumor, können Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und/oder Erbrechen, aber auch Lähmungen, Sprach-, Gefühls-, oder Sehstörungen sowie epileptische Anfälle und Persönlichkeitsveränderungen auftreten. Bei Tumoren im Rückenmark können sich beispielweise Beschwerden wie Rückenschmerzen, Lähmungen, Gefühls- und Gehstörungen zeigen.

Epidemiologie

Im Jahr 2012 waren in Deutschland etwa 4.000 Männer und 3.200 Frauen von einer Krebserkrankung des Zentralnervensystems (ZNS) betroffen, was insgesamt ca. 2% aller Krebserkrankungen ausmacht. ZNS-Tumoren können in jedem Alter auftreten, das mittlere Erkrankungsalter liegt bei Männern etwa bei 63 Jahren und bei 66 Jahren für Frauen. Im Kindesalter machen sie 20% aller Krebserkrankungen aus. Im Jahr 2012 starben ca. 2.591 Frauen und 3.293 Männer aufgrund von ZNS-Tumoren.

Anteil von Krebserkrankungen des zentralen Nervensystems bei Frauen und Männern in Deutschland im Verhältnis zu anderen Krebserkrankungen. Erstellt nach: Zentrum für Krebsregisterdaten; Krebs in Deutschland 2011/2012, 10. Ausgabe, 2015.

Risikofaktoren

Bisher sind die Auslöser der verschiedenen Hirntumoren weitestgehend unklar. Nach bisheriger Datenlage geht kein messbares Risiko von Anwendungen mit ionisierender Strahlung bei bildgebenden Verfahren oder der Aussetzung von Strahlen in anderen Zusammenhängen aus. Auch Umweltfaktoren oder elektromagnetische Strahlung, die beispielsweise von Mobiltelefonen ausgeht, tragen zu keiner Risikosteigerung bei.

Unterteilung

Es gibt viele verschiedene Tumoren, die im Gehirn und Rückenmark entstehen können. Zu 95% betreffen sie das Gehirn einschließlich des Hirnstammes. Auf Krebserkrankungen der Hirnhäute und -nerven sowie der Rückenmarkshäute, des Rückenmarks und der Spinalnerven des Rückenmarkskanals verteilen sich 5%. Bösartige Neubildungen gehen von den Gliazellen, den Nervenscheiden und Hirnhäuten aus. Am häufigsten – in etwa zwei Drittel aller Fälle – treten Glioblastome, andere gliomatöse Tumoren und Astrozytome auf.

Diagnostik und Therapie

Die Diagnose von Tumoren des ZNS erfolgt über Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT), aber auch über eine Positronen-Emissions-Tomographie (PET). Daneben werden die Elektroenzephalographie (EEG) und die Liquor-Untersuchung in die Diagnose einbezogen. Je nach Ort, Größe und Wachstum des Tumors kann die Behandlung eine operative TherapieStrahlen- und/oder Chemotherapie umfassen.

In Deutschland gibt es zahlreiche zertifizierte Zentren für Tumoren des Nervensystems, die sich auf diese Krebserkrankung spezialisiert haben. Bei der Deutschen Krebsgesellschaft finden Sie eine stetig aktualisierte Liste.

Prognose

Die relativen 5-Jahres-Überlebensraten für alle ZNS-Tumoren haben sich in den letzten Jahren leicht gebessert und liegen für beide Geschlechter bei 22 %. Glioblastome weisen eine deutlich schlechtere Prognose auf (8 %).

Weiterführende Informationen finden Sie bei der Deutschen Krebsgesellschaft. Dort sind beispielsweise Symptome, Tumorarten und Behandlungsmöglichkeiten aufgelistet. Zusätzliche Informationen und Leitlinien bietet die Neuroonkologische Arbeitsgemeinschaft.

zurück zur Übersicht