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Nebenwirkungen einer Chemotherapie

Von Übelkeit und Haarausfall

Eine Chemotherapie wirkt auf den ganzen Körper. Eine Folge davon können Nebenwirkungen verschiedenster Art sein. Wir haben aufgelistet, wodurch die häufigsten unerwünschten Begleiterscheinungen verursacht werden und wie man sie lindern kann.

Chemotherapien hemmen das Wachstum von Tumorzellen – aber auch von gesunden schnell wachsenden Zellen des Körpers. Dies ist der Auslöser für die häufigsten Nebenwirkungen. Allerdings gibt es verschiedene Arten von Chemotherapie und jede wirkt sich etwas anders aus. Auch vertragen manche Patienten eine Behandlung besser, andere schlechter. Man kann also das Auftreten von Nebenwirkungen nicht verallgemeinern.

Nebenwirkungen sollten auf keinen Fall auf die leichte Schulter genommen werden. Sie zeigen, wie der Körper auf die Behandlung reagiert. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihren behandelnden Arzt über alle Veränderungen informieren. Er kann Ihnen gegebenenfalls Tipps geben oder Medikamente verschreiben, die Ihnen helfen die Nebenwirkungen abzuschwächen.

Besonders häufige Nebenwirkungen und wie man ihnen begegnen kann

Übelkeit und Erbrechen

Ursache: Durch die Chemotherapie können Schleimhautzellen des Dünndarms angegriffen werden. Sie geben daraufhin Botenstoffe ab. Vor allem der Botenstoff Serotonin signalisiert normalerweise dem Gehirn, dass etwas Unverträgliches aufgenommen wurde oder ein schädlicher Erreger den Darm befallen hat. Durch eine Chemotherapie wird also dem Brechzentrum im Gehirn derselbe Botenstoff zugeführt wie bei einer verdorbenen Mahlzeit oder einer Infektion. Hierdurch wird dann Übelkeit und/oder Erbrechen ausgelöst.

Linderung: Mittlerweile gibt es effektive Medikamente, die Übelkeit und Erbrechen in Grenzen halten. Einige davon müssen bereits vor Behandlungsbeginn eingenommen werden um ihre volle Wirkung zu entfalten. Außerdem hat sich Ingwer durch seine magenberuhigende Wirkung als wirksam gegen Übelkeit erwiesen. Ein weiterer Tipp können Entspannungsübungen sein. Eine flüssige Ernährung mit Tee, Brühen, Pudding und Brei kann ebenfalls unterstützend wirken.

Schleimhautveränderungen

Ursache: Auch die Schleimhäute von Mund, Rachen und Intimbereich gehören zu den schnell wachsenden Geweben. Durch eine Schädigung kann es zu schmerzhaften, entzündungsähnlichen Veränderungen kommen, die unangenehm, jedoch weitestgehend ungefährlich sind.

Linderung: Zur vorbeugenden Mundpflege sollte eine weiche Zahnbürste in Kombination mit schonenden, alkoholfreien Mundspülungen benutzt werden. Pürierte Kost und weichgekochte Nahrung können weitere Verletzungen verhindern. Das Lutschen von Eiswürfeln kann bei akuten Verletzungen Linderung schaffen. Auch das Lutschen von Eis während der Chemotherapieinfusion kann eine schützende Wirkung entfalten, da die Durchblutung der Mundschleimhaut dann kurzfristig vermindert ist und die Chemotherapie dann weniger in den Mundbereich gelangt.

Eine häufige Komplikation im Bereich der geschwächten Schleimhäute von Mund, Speiseröhre und Scheide ist eine Besiedlung mit Hefepilzen (weiße Beläge). Informieren Sie Ihren Arzt zeitig bei einem Verdacht auf diese Infektion, damit er Ihnen unverzüglich ein entsprechendes Medikament verordnen kann.

Durchfall

Ursache: Zu den schnellwachsenden Geweben gehören auch die Gewebezellen des Verdauungstraktes. Werden sie geschädigt, kann es zu Entzündungen und Durchfall kommen.

Linderung: Bei Durchfall sollten häufig kleine Mahlzeiten gegessen werden, die möglichst faserarm und wenig gewürzt sind. Dazu sollten Sie viel trinken und nicht rauchen. Informieren Sie Ihren Arzt über die Häufigkeit und Art des Durchfalls. Falls Sie in dieser Situation nicht genügend Flüssigkeit zu sich nehmen können, kann er ihnen regulierende Medikamente verschreiben.

Infektanfälligkeit

Ursache: Das Knochenmark gehört zu den Geweben, die sich am schnellsten erneuern und deshalb durch eine Chemotherapie mit am stärksten angegriffen wird. Darin werden die drei wichtigsten Bestandteile des Blutes - weiße Blutkörperchen, rote Blutkörperchen und Blutplättchen - gebildet. Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) bekämpfen schädliche Erreger bei Infektionen. Die Chemotherapie kann bewirken, dass ihre Bildung vorübergehend verlangsamt wird. Dies macht sich meistens erst 2 Wochen nach einem Chemotherapiezyklus anhand einer erhöhten Infektanfälligkeit bemerkbar.

Linderung: In einem solchen Fall gilt es eine Ansteckungsgefahr zu reduzieren. Deshalb sollte auf eine gute Körperhygiene geachtet werden, was beispielsweise häufiges Händewaschen und -desinfizieren beinhaltet. Außerdem sollte man große Menschenmengen oder Kontakt zu Menschen mit einer ansteckenden Krankheit (z. B. Erkältung) meiden. Sollten Sie Fieber haben, kann das ein Zeichen für eine Infektion sein. Wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt.

Verstärkte Blutungen

Ursache: Im Knochenmark werden auch die Blutplättchen (Thrombozyten), die zur Blutgerinnung beitragen, gebildet. Die Chemotherapie kann bewirken, dass ihre Bildung vorübergehend herabgesetzt wird. Dies macht sich meistens erst nach mehreren Wochen anhand von verstärkten Blutungen (Nasen-, Zahnfleischbluten, Menstruation) bemerkbar.

Linderung: Ein schwerer Mangel kann mit einer Transfusion, einer Zuführung von Blutplättchen, behoben werden. Auch kann durch Dosisverminderung der Chemotherapie in den folgenden Gaben ein erneutes starkes Absinken der Blutplättchen verhindert werden.

Fatigue/Müdigkeit

Ursache: Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sind für den Sauerstofftransport verantwortlich und damit lebenswichtig. Die Chemotherapie kann bewirken, dass ihre Bildung vorübergehend herabgesetzt wird. Bei einem Mangel an roten Blutkörperchen, bekommt das Körpergewebe zu wenig Sauerstoff. Dies macht sich in Form von Müdigkeit, Schwäche, Schwindelgefühl, Herzrasen und Kopfschmerz bemerkbar.

Diese Symptome und weitere Veränderungen, die unabhängig von der Chemotherapie auftreten können, wie Schlafmangel, Angst, Nervosität und Konzentrationsstörung, können die Gesamtsituation verschlimmern. Bei völliger körperlicher und geistiger Erschöpfung spricht man von Fatigue. Etwa 70 bis 80% aller Krebspatienten sind davon betroffen.

Linderung: Ist die Müdigkeit durch eine Blutarmut bedingt, kann man in manchen Fällen ein Hormon spritzen, das die Produktion von roten Blutkörperchen wieder anregt, oder Bluttransfusionen anbieten.

Zur Überwindung einer Fatigue sollten Sie sich neue, mit Ihrem Zustand realisierbare Ziele setzen, Aktivitäten Ihrem Kraftzustand anpassen und sich regelmäßig Bewegen. Außerdem helfen regelmäßige Ruhepausen und Nickerchen, um die körperliche Erschöpfung zu vermindern und neue Kraft zu tanken.

Haarausfall

Ursache: Die Zellen zur Verankerung der Haare in der Haut (Haarwurzelzellen) gehören ebenfalls zu den Zellen, die von einer Chemotherapie angegriffen werden können. Passiert dies, reagieren sie mit Haarausfall.

Linderung: Die Haare wachsen einigen Wochen nach Beendigung der Chemotherapie wieder nach. Der Haarausfall tut zwar körperlich nicht weh, jedoch kann der Haarverlust zur psychischen Belastung werden, die nicht zu unterschätzen ist. Während es für die einen Patienten reicht den haarlosen Kopf mit Hut, Mütze oder Kopftuch zu verdecken, benötigen andere Patienten weitere Hilfsmittel, um sich nicht fremd zu fühlen. In letzterem Fall ist es deshalb wichtig sich rechtzeitig eine Perücke zu besorgen. Außerdem kann das allgemeine Hübsch-Machen mit Kosmetika und/oder Klamotten dabei helfen, dass das Selbstwertgefühl nicht unnötig leidet. Allgemein gilt, dass eine Kopfbedeckung hilft den nackten Kopf warm zu halten.

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