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Wer hilft Familien mit krebskranken Kindern?

Unterstützung für krebskranke Kinder und ihre Eltern

Während der Krebstherapie eines Kindes benötigt die ganze Familie Unterstützung und Angebote, die es ermöglichen, sich auf das Kind zu konzentrieren und die Familie von Sorgen zu entlasten. Dafür stehen betroffenen Familien verschiedene Optionen zur Verfügung.

Bei einer Krebserkrankung des eigenen Kindes ergeben sich konkrete Fragen nach dessen Beaufsichtigung, Versorgung und Pflege. Wir geben Ihnen einen auszugsweisen Überblick über Hilfen, die Ihnen als Familie mit einem krebskranken Kind zur Verfügung stehen. Über die genaue Umsetzung, Rahmen und Voraussetzungen für mögliche Zuzahlungen können Sie sich bei Ihrer Kranken- und Pflegekasse informieren. Zu den privaten und gesetzlichen Hilfsangeboten für Familien mit einem krebskranken Kind gehören unter anderem:

  • Elternhäuser und -wohnungen
  • Übernahme von Kosten für Begleitperson und Fahrten
  • Finanzielle Unterstützung für Haushaltshilfe
  • Arbeitsfreistellung und Krankengeld
  • Pflegegeld
  • Elterngruppen
  • Nachsorge- und Rehabilitationsangebote

Elternhäuser und -wohnungen

Nicht immer ist das nächste Krebszentrum in der Nähe. Damit für die Eltern, die während der stationären Behandlung nah bei ihrem Kind sein wollen, keine hohen Fahrt- oder Hotelkosten entstehen, bietet die Stiftung Deutsche Kinderkrebshilfe in vielen Städten mit Elternhäusern und –wohnungen, die über Spenden finanziert werden, ein vorübergehendes Zuhause. Eine Liste der Elternhäuser finden Sie bei der Deutschen Kinderkrebsstiftung.

Übernahme von Kosten für Begleitperson und Fahrten

Bei stationärer Behandlung umfassen die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung auch die aus medizinischen Gründen notwendige Mitaufnahme einer Begleitperson (Elternteil). Ob diese medizinische Notwendigkeit anerkannt wird, hängt aber oft vom Alter und vom konkreten Krankheitszustand des Kindes ab.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei stationären oder ambulanten Behandlungen, wie bspw. Strahlen- oder Chemo-Therapien unter Abzug der gesetzlichen Zuzahlungen auch bestimmte Fahrtkosten zum Krankenhaus. Voraussetzungen sind, dass die Fahrten im Zusammenhang mit einer Leistung der Krankenkasse aus zwingenden medizinischen Gründen notwendig sind und die Krankenkasse diese vorher genehmigt hat. Im Einzelfall werden auch Fahrten zu einer ambulanten Behandlung übernommen. . Näheres ergibt sich aus § 60 SGB V und den Krankentransport-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses.

Finanzielle Unterstützung für Haushaltshilfe

Besonders bei Familien mit mehreren Kindern bleibt oft keine angemessene Zeit für die Versorgung des Haushalts übrig. Gesetzlich Versicherte haben unter bestimmten Voraussetzungen bei eigener Zuzahlung Anspruch auf eine Haushaltshilfe, wenn ihnen z. B. wegen einer Krankenhausbehandlung die Weiterführung des Haushalts nicht möglich ist, keine andere im Haushalt lebende Person den Haushalt führen kann und mindestens ein Kind unter 12 Jahren versorgt werden muss.

Reichen die von der Krankenkasse bewilligten Leistungen nicht aus, können Sie sich beim örtlichen Jugendamt nach weiteren Leistungen, insbesondere nach „Leistungen zur Betreuung und Versorgung von Kindern in Notsituationen“ erkundigen.

Arbeitsfreistellung und Krankengeld

Gesetzlich versicherte, angestellte Eltern kranker gesetzlich mitversicherter Kinder haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf bezahlte oder unbezahlte Freistellung von der Arbeit. Sofern sie Anspruch auf Krankengeld nach § 45 Abs. 3 SGB V geltend machen, haben sie gegenüber ihrem Arbeitgeber Anspruch auf unbezahlte Freistellung von der Arbeit.

Der genannte Anspruch auf Krankengeld besteht für jedes erkrankte Kind längstens 10 Arbeitstage je Kalenderjahr, für Alleinerziehende längstens 20 Arbeitstage je Kalenderjahr. Es sollt die Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege eines Kindes unter 12 Jahren ermöglichen, das nicht durch eine andere, im Haushalt lebende Person beaufsichtigt, betreut oder gepflegt werden kann. Ist das Kind behindert und auf Hilfe angewiesen, besteht der Anspruch über die Vollendung des 12. Lebensjahres des Kindes hinaus.

Ist das Kind schwerstkrank und hat es nur noch eine begrenzte Lebenserwartung von Wochen oder wenigen Monaten, besteht der Anspruch auf Krankengeld für ein Elternteil über die genannte zeitliche Begrenzung hinaus. Dafür ist ein ärztliches Zeugnis notwendig. Für die Versorgung eines krebskranken Kindes reichen die von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlten freien Tage oftmals längstens nicht aus. Sprechen Sie Ihre Krankenkasse oder ihren Arbeitgeber deshalb auf alternative Möglichkeiten an.

Pflegegeld

Durch die Folgen der Krebserkrankung werden manche Patienten zum Pflegefall und bekommen von ihrer Pflegekasse eine Pflegestufe zuerkannt. Pflegebedürftig sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung in den Bereichen der Körperpflege, der Ernährung, der Mobilität und der hauswirtschaftlichen Versorgung auf Dauer – voraussichtlich für mindestens sechs Monate – in erheblichem oder höherem Maße der Hilfe bedürfen. Je nach Schweregrad der Pflegebedürftigkeit erhalten Eltern von der Pflegekasse dann für die Versorgung des Kindes zu Hause entweder Sachleistungen (Hilfe von einem Pflegedienst), Pflegegeld oder eine Kombination aus beidem.

Elterngruppen

Regionale Elterngruppen bieten den Familien unverbindliche Informationen rund um das Thema Krebs bei Kindern, stehen ihnen während der Zeit im Krankenhaus zur Seite, informieren ehrenamtlich über Hilfeleistungen und bieten manchmal aber auch selbst verschiedenste finanzielle Unterstützung in Notsituationen an. Zudem organisieren sie häufig Freizeit- und Erholungsangebote für die ganze Familie.

Nachsorge- und Rehabilitationsangebot

Nach einer Krebstherapie kann für ein Kind eine ambulante oder stationäre Rehabilitation in Betracht kommen. In Einzelfällen kommt nach entsprechend erfolgreichem Antragsverfahren darüber hinaus eine familienorientierte Reha-Maßnahme in Frage, bei der die Familienangehörigen des kranken Kindes mit in die Rehabilitation aufgenommen werden. Grund ist in diesen Fällen, dass dies eine notwendige Voraussetzung für den Rehabilitationserfolg des erkrankten Kindes ist.

Da für diese Maßnahme eine gleichrangige Zuständigkeit von gesetzlicher Renten- und Krankenversicherung besteht, gibt es eine Verfahrensabsprache zu Anträgen der familienorientierten Rehabilitation zwischen der Deutschen Rentenversicherung Bund, dem Spitzenverband der landwirtschaftlichen Sozialversicherung und dem GKV-Spitzenverband. Für jugendliche Krebspatienten besteht in manchen Zentren ein spezielles Angebot, es gibt aber auch extra für Jugendliche eingerichtete Rehabilitationen, bei denen die Familienangehörigen nicht dabei sind.

Eine medizinische Reha-Maßnahme muss grundsätzlich ärztlich verordnet und von der Krankenkasse genehmigt werden. Genaueres ergibt sich unter anderem aus der Rehabilitations-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, mit der Sozialstation des Krankenhauses, mit Krebsberatungsstellen oder mit Ihrer Krankenkasse über Möglichkeiten der Rehabilitation und ihre Beantragung. Bei der Kinderkrebsstiftung finden Sie Adressen von familienorientierten Rehabilitationszentren, die Ihnen auch bei der Antragstellung helfen können.

Weiterführende Informationen

Ausführliche Informationen und Adressen finden Sie zu den verschiedenen Sozialleistungen im Blauen Ratgeber „Krebs bei Kindern“ der Deutschen Krebshilfe und der Broschüre „ Sozialrechtliche Informationen für Familien mit einem krebskranken Kind “ von der Deutschen Kinderkrebsstiftung.

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