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Speiseröhrenkarzinome

Tabak und Alkohol als bedeutende Risikofaktoren

Bösartige Erkrankungen der Speiseröhre betreffen in Deutschland vor allem Männer, da diese einen höheren Konsum von Nikotin und Alkohol aufweisen. Der Fachbegriff lautet Ösophaguskarzinom. Unterschieden werden prinzipiell zwei verschiedene Krebsarten, das Plattenepithelkarzinom und das Adenokarzinom. In Deutschland tritt das Plattenepithelkarzinom in ca. 50-60% der Fälle auf, das Adenokarzinom ist mit 30-40% seltener.

Krankheitsbild

Tumoren in der Speiseröhre machen sich recht spät bemerkbar. Treten andauernde Schluckstörungen jenseits des 40. Lebensjahres auf, sollte immer ein Speiseröhren-Tumor ausgeschlossen werden, da Schluckbeschwerden den häufigsten Warnhinweis darstellen. Weitere Symptome sind Gewichtsverlust sowie Schmerzen hinter dem Brustbein und im Rücken.

Epidemiologie

Wie eingangs schon erwähnt, sind Männer etwa drei- bis viermal häufiger betroffen als Frauen, was nicht zuletzt am deutlich höheren Konsum von Alkohol und Nikotin liegt. Männer erkranken im Mittel im Alter von 67 Jahren und Frauen im Alter von etwa 71 Jahren. Im Jahr 2012 starben 4.072 Männer und  1.188 Frauen an Speiseröhrenkrebs.

 
Anteil von Speiseröhrenkrebs bei Männern und Frauen in Deutschland im Verhältnis zu anderen Krebserkrankungen. Erstellt nach: Zentrum für Krebsregisterdaten; Krebs in Deutschland 2011/2012, 10. Ausgabe, 2015.

Risikofaktoren

Alkohol und Nikotin sind die Hauptrisikofaktoren für das Plattenepithelkarzinom, das aus den Oberflächenzellen der Schleimhaut hervorgeht. Das etwas seltenere Adenokarzinom entsteht aus Drüsengewebe und meist im unteren Drittel der Speiseröhre. Ursache dafür kann eine gastroösophageale Refluxkrankheit sein, besser bekannt als chronisches Sodbrennen. Durch die ständige Reizung der Schleimhaut entsteht der so genannte Barrett-Ösophagus mit leicht veränderten Zellen. Dieser stellt eine Krebsvorstufe dar.

Unterteilung

Unterteilt werden Karzinome der Speiseröhre nach histologischen Gesichtspunkten, also danach, von welchen Zellen der Tumor seinen Ausgang genommen hat. Zum einen gibt es das Plattenepithel, das im gesamten Ösophagus (Speiseröhre) zu finden ist. Deshalb können Karzinome aus diesen Zellen in der gesamten Speiseröhre vorkommen. Zum anderen kann sich infolge von chronischem Sodbrennen im Übergang zwischen Magen und Speiseröhre Plattenepithel in schleimbildende Zellen umwandeln (Barrett-Ösophagus). Aus diesem Drüsengewebe kann sich das Adenokarzinom entwickeln.

Die Einteilung erfolgt nach Ausdehnung des Primärtumors, Befall von regionalen Lymphknoten sowie Ausbildung von Fernmetastasen.

Diagnostik und Therapie

Besteht der Verdacht auf einen Tumor der Speiseröhre, zum Beispiel bei anhaltenden Schluckbeschwerden, wird die Speiseröhre mittels Endoskopie untersucht. Dabei werden Gewebeproben entnommen. Bei einem Tumorbefund wird mithilfe einer Ultraschalluntersuchung der Speiseröhre (Endosonograhpie), CT oder MRT die Ausbreitung des Tumors bestimmt. Zeitgleich kann auch überprüft werden, ob Metastasen vorliegen.

Je nach Art, Lokalisation und Ausdehnung des Tumors kann eine Operation mit oder ohne zuvor durchgeführter Radio- und/oder Chemotherapie erfolgen. In manchen Fällen ist auch nur eine Kombination aus einer Bestrahlung und einer Chemotherapie ohne Operation angebracht. Um nach einer Operation die fehlende Speiseröhre zu ersetzen, kann eine Dünndarmschlinge benutzt oder der Magen nach oben gezogen werden. Wenn durch diese Verfahren keine Aussicht auf eine Heilung des Tumors besteht, kann eine palliative Chemotherapie durchgeführt werden. Wenn Tumoren die Speiseröhre einengen, können Metallröhrchen eingesetzt werden, um die Nahrungsaufnahme weiter zu ermöglichen.

Prognose

Die meisten Tumoren der Speiseröhre werden aufgrund der fehlenden Beschwerden erst in späten Stadien festgestellt. Zudem neigt Speiseröhrenkrebs zu einer frühzeitigen Ausbreitung in Nachbarorgane, da die Speiseröhre nicht wie viele andere Organe eine umhüllende Kapsel hat. Auch benachbarte Lymphknoten werden schnell befallen. Deshalb hat Speiseröhrenkrebs eine schlechte Prognose mit einer relativen 5-Jahres-Überlebensrate in Deutschland von maximal 24% bei Frauen. Umso wichtiger ist es, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und auszuschalten sowie bei Risikopatienten (Barrett-Ösophagus) regelmäßige endoskopische Kontrollen durchzuführen.

Weiterführende Informationen zu Behandlungsmöglichkeiten und Unterteilung erhalten Sie auf der Seite des Deutschen Krebsinformationsdienstes.

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