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Von „watch & wait“ bis zur Chemotherapie

So kann die CLL behandelt werden

Als Therapie stehen bei einer Chronischen Lymphatischen Leukämie (CLL) je nach Krankheitsstadium und bisherigem Verlauf mehrere Möglichkeiten zur Auswahl. Eine CLL kann nach derzeitigem Wissensstand nicht dauerhaft geheilt werden. Die moderne Medizin kann die Erkrankung jedoch weitgehend eindämmen.

Ob eine Therapie eingeleitet wird, hängt unter anderem vom aktuellen Stadium der CLL-Erkrankung ab. Hier wird zwischen drei Stufen unterschieden, den so genannten Binet-Stadien A, B und C. Dabei kommt es auf die Anzahl der betroffenen Lymphknoten, Organe und Regionen an, aber auch auf die Höhe der Lymphozyten-, Hämoglobin- und Thrombozyten-Werte im Blutbild. Diese Werte bezeichnen die Anzahl der weißen Blutkörperchen, des roten Blutfarbstoffs sowie der Blutplättchen.

Therapieren oder Beobachten?

Zunächst muss entschieden werden, ob eine sofortige Therapie sinnvoll ist. Bei etwa der Hälfte der diagnostizierten Patienten reicht eine kontinuierliche Beobachtung zunächst aus. Dieses Vorgehen wird als „watch & wait“ („Beobachten & Abwarten“) bezeichnet. Hierbei wird die Erkrankung, wie der Name schon verrät, bei Patienten mit frühem Krankheitsstadium ohne krankheitsbedingte Beschwerden, vorerst nicht therapiert aber durch regelmäßige Untersuchungen überwacht.

Eine Behandlung ist dann geboten, wenn ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium erreicht ist oder wenn der Patient über krankheitsbedingte Beschwerden (Symptome) klagt. Ein ungewollter Gewichtsverlust, eine längere Fieberphase ungeklärter Ursache, extremer Nachtschweiß und auffällige Ermüdungserscheinungen sind typische Beschwerden, aufgrund derer der Beginn einer Therapie angebracht ist.

Medikamentöse Behandlungsoptionen

Bei einer CLL kann eine Vielzahl an Medikamenten eingesetzt werden. Entscheidend für die richtige Auswahl ist zum einen der Allgemeinzustand des Patienten. Zum anderen wirken sich aber z. B. auch spezifische Merkmale der CLL sowie mögliche Begleiterkrankungen wie z.B. geschädigte Nieren auf die Therapieauswahl aus. Insgesamt stehen folgende Therapieansätze zur Wahl:

o   Chemotherapie

o   Immuntherapie (z. B. Antikörpertherapie)

o   Chemo-Immuntherapie (eine Kombination aus Chemotherapie und Antikörpertherapie)

o   Zielgerichtete Therapien (z. B. orale Inhibitoren)

o   Stammzelltransplantation (in seltenen Fällen)

Auch Rückfall meist gut behandelbar

Auch im Fall eines Rückfalls nach Erstbehandlung, einem sogenannten Rezidiv, ist eine CLL meist gut behandelbar. Die Wahl der Rezidivtherapie hängt von individuellen und klinischen Faktoren ab. Zu den individuellen Faktoren zählen beispielsweise das Alter und das mögliche Bestehen zusätzlicher Erkrankungen.

Bei einem frühen Rezidiv werden meist andere Medikamente eingesetzt als bei einem Spätrezidiv. Die Therapiewahl beim späten Rückfall hängt davon ab, wie gut der Patient auf die vorangegangene Behandlung angesprochen hat und wie gut der Patient die Therapie vertragen hat. Bei einem guten Ansprechen kann die Therapie wiederholt werden. Falls die Erkrankung auf die Therapie nicht wie gewünscht reagiert hat und/oder der Patient die Therapie nicht gut vertragen hat, können andere Medikamente als in der vorangegangenen Behandlung genutzt werden.

Infektionsanfälligkeit von CLL-Patienten

Infekte wie eine Bronchitis gehören zu den häufigsten Nebenerscheinungen einer CLL-Erkrankung. Hervorgerufen bzw. begünstigt werden sie vor allem durch eine Abnahme der Immunglobuline, aber auch durch die eingesetzten Medikamente zur Behandlung der CLL.

Wenn das Immunsystem zum Gegner wird

Eine Besonderheit der CLL ist, dass sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper richten kann. Insbesondere nach Infekten kommt dies häufiger vor. Eine Behandlung mit Kortikosteroiden oder einer speziellen Medikamentenkombination kann notwendig sein.

Kontrolle: Blut und Beobachtung von Lymphknoten, Leber, Milz

Nach der Therapie beinhaltet die Kontrolle bei Patienten ohne Symptome regelmäßige Blutuntersuchungen. Diese sollten etwa alle drei bis sechs Monate durchgeführt werden. Auch bedarf es der Untersuchung von Lymphknoten, Leber und Milz. Der Arzt achtet auf das Auftreten so genannter Autoimmun-Zytopenien sowie auf eventuelle Infektionen. Dadurch kann ein möglicher, erneuter Ausbruch der Krankheit schnell festgestellt und mit einer erneuten Behandlung gestartet werden.

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