Selten, aber besonders häufig bei jungen Männern Krebshilfe Krebserkennung Krebsfrüherkennung

Hodenkrebs

Selten, aber besonders häufig bei jungen Männern

Unter Hodenkrebs versteht man eine bösartige Erkrankung, die zunächst in einem der beiden Hoden beginnt. Im weiteren Verlauf der Erkrankung können außerdem die Samenleiter und Nebenhoden erfasst werden. Hodenkrebs tritt besonders häufig bei jungen Männern zwischen 25 und 45 Jahren auf und kann in den meisten Fällen geheilt werden.

Krankheitsbild

Hodenkrebs beginnt häufig mit einer einseitigen tastbaren, schmerzlosen Verhärtung des Hodens. Weitere Symptome können Schwellung oder Schmerzen im Hodenbereich und der Brustdrüsen, Ziehen und Schweregefühl im Hoden sein. Im fortgeschrittenen Stadium können zudem aufgrund von Lymphknotenvergrößerungen Rückenschmerzen auftreten.

Epidemiologie

Im Jahr 2012 erkrankten in Deutschland etwa 4.020 Männer an Hodenkrebs. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 38 Jahren. Hodenkrebs tritt damit in einem vergleichsweise frühen Alter auf. Bei jungen Männern zwischen 25 und 45 Jahre ist er damit auch der häufigste bösartige Tumor. Im Jahr 2012 starben 179 Männer aufgrund von Hodenkrebs.

Anteil von Hodenkrebs bei Männern in Deutschland im Verhältnis zu anderen Krebserkrankungen. Erstellt nach: Zentrum für Krebsregisterdaten; Krebs in Deutschland 2011/2012, 10. Ausgabe, 2015.

Risikofaktoren

Ein hohes Risiko für Hodenkrebs haben Männer mit einem Hodenhochstand (Kryptorchismus), auch wenn dieser bereits korrigiert wurde. Außerdem haben die Männer, die bereits an Hodenkrebs oder einer Vorstufe erkrankt waren, ein gesteigertes Risiko. Auch erbliche Faktoren spielen eine Rolle: So erhöhen genetisch bedingte Störungen der Geschlechtsentwicklung (z.B. Klinefelter-Syndrom) das Hodenkrebsrisiko. Zudem erkranken die Brüder von Betroffenen besonders häufig.

Unterteilung

In den meisten Fällen (95%) tritt der Hodenkrebs nur in einem Hoden auf. Beim Hodenkrebs handelt es sich bei 90 % aller Tumoren um Keimzelltumoren, die von den Vorläuferzellen der Spermien ausgehen. Wenn die Erkrankung außerhalb des Hodens im so genannten versprengten Hodengewebe auftritt, handelt es sich um einen extragonadalen Keimzelltumor.

Diagnostik und Therapie

Ein regelmäßiges Abtasten der Hoden von Männern zwischen 20 und 40 Jahren wird zur Früherkennung empfohlen. Zu den wichtigsten Untersuchungen zur Diagnose des Hodenkrebses zählen unter anderem die körperliche Untersuchung, Laboruntersuchungen und eine Ultraschalluntersuchung der Hoden.

Zur Behandlung des Hodenkrebses gehört in den meisten Fällen eine komplette operative Entfernung des betroffenen Hodens. Im Anschluss wird je nach Art des Tumors und Krankheitsstadium eine Chemo- oder Strahlentherapie oder eine Kombination aus beiden zur Behandlung eingesetzt.

Prognose

Je früher die Diagnose, desto besser die Prognose: Der Hodenkrebs hat eine insgesamt sehr günstige Prognose. Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt über 96%.

Weiterführende Informationen finden Sie bei der Deutschen Krebsgesellschaft . Dort sind beispielsweise detailliert Symptome und Behandlungsmöglichkeiten aufgelistet.

zurück zur Übersicht