Selbstständige müssen selbst vorgesorgt haben Krebshilfe Krebserkennung Krebsfrüherkennung

Wenn neben der Gesundheit die berufliche Existenz gefährdet ist

Selbstständige müssen selbst vorgesorgt haben

Was bei angestellten Betroffenen die Angst vor der Kündigung, ist für Freiberufler und Selbstständige die schiere Existenzbedrohung. Doch auch diese Berufsgruppen können den gleichen Anspruch auf Krankengeld erwerben, wenn sie rechtzeitig und umfassend vorgesorgt haben.

Selbstständig Beschäftigte und freiberuflich Tätige haben im Krankheitsfall ein besonders hartes Los zu tragen. Wenn ihr Geschäft aufgrund einer Erkrankung für längere Zeit still steht, müssen sie praktisch von Null wieder anfangen.

Finanziell können Freiberufler und Selbstständige aber für den Fall einer Erkrankung vorsorgen. Das kann zum Beispiel über spezielle Tarife der Privaten Krankenversicherungen passieren. Der Nachteil hierbei ist, dass als Bemessungsgrundlage für den Tarif das zu versichernde Risiko herangezogen wird. Je nach Alter, Gesundheitszustand und Umfang des Versicherungsschutzes wird der Beitrag entsprechend höher – und zwar unabhängig davon, wie sich die Einkommenssituation in der Selbständigkeit entwickelt. Private Anbieter können aufgrund von bestimmten Vorerkrankungen die Aufnahme in die Versicherung oder die Versicherung spezieller Risiken verweigern. Auch müssen Familienangehörige extra versichert werden.

Mangels gesetzlicher Lohnfortzahlung für den Krankheitsfall ist in der Selbständigkeit insbesondere eine Verdienstausfallversicherung wichtig. Sie wird auch als Krankentagegeldversicherung bezeichnet. Die Höhe des vereinbarten Krankentagegelds und eine eventuelle Karenzzeit können vertraglich vereinbart werden. Eine Berufsunfähigkeit muss extra versichert werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass Krankentagegeld- und Berufsunfähigkeitsversicherung so synchronisiert sind, dass nicht beide mit Verweis auf den jeweils anderen die Leistung verweigern.

Viele Freiberufler und Selbstständige leben allerdings mit einem geringen Jahreseinkommen. An eine private Krankenversicherung ist damit nicht zu denken. In solchen Fällen kann eine freiwillige, gesetzliche Krankenversicherung eine Option sein. Familienangehörige sind im Rahmen der Familienversicherung mitversichert. Der Beitrag richtet sich nach den beitragspflichtigen Einnahmen im Sinne des Sozialgesetzbuchs 5 und berücksichtigt so in gewissem Maße finanzielle Schwankungen in der Selbständigkeit.

In der gesetzlichen Krankenkasse gilt gleiches Recht für alle.

Die gesetzliche Krankenversicherung kann mit privaten Zusatzversicherungen ergänzt werden. Für diese sind dann wiederum Alter und Gesundheitszustand relevant.

Auch in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) kann ein Anspruch auf Krankengeld erworben werden. Der allgemeine Beitragssatz beträgt in diesem Fall 15,5 Prozent von den nach Sozialgesetzbuch 5 beitragspflichtigen Einnahmen der Mitglieder. Mit diesem Satz kann der Versicherte ab der siebten Woche (43. Kalendertag) der Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Krankengeld durch entsprechende Wahlerklärung gegenüber seiner Kasse erwerben. Die Einzelheiten, insbesondere die Höhe, richten sich nach den Vorschriften des Sozialgesetzbuchs 5.

Bei einer gesetzlichen Krankenversicherung zum reduzierten Beitragssatz von 14,9% kann ein Anspruch auf Krankengeld nur über einen Wahltarif oder über eine private Zusatzversicherung erworben werden. Die Wahltarife der GKV erhöhen das Krankengeld bzw. ermöglichen die Zahlung schon vor der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit. Die Tarife sind mit privaten Krankenzusatzversicherungen vergleichbar, binden den Versicherten aber für mindestens drei Jahre an Kasse und Wahltarif.

Bevor man sich für eine individuelle Lösung mit GKV-Wahltarifen oder privater Krankentagegeld-Versicherung entscheidet, sollten die Beitragskosten auf jeden Fall genau durchkalkuliert werden. Berufsunfähigkeit ist von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht abgedeckt.

Weiterführende Informationen

  • Bei Fragen zu Ihren Leistungsansprüchen können Sie sich an eine Sozialberatungsstelle in Ihrer Nähe wenden, beispielsweise an Kliniksozialdienste oder Krebsberatungsstellen.
  • Weitere Informationen erhalten Sie auch im blauen Ratgeber „ Wegweiser zu Sozialleistungen“ der deutschen Krebshilfe.
  • Sie finden auch auf dieser Website weitere Hinweise zu möglichen Kostenträgern.
  • Zum Thema private Krankentagegeld-Versicherung gibt der Verband der Privaten Krankenversicherung hier erste Informationen.
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