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Lungenkrebs

Rauchen ist der Hauptrisikofaktor

Beim Lungenkrebs handelt es sich um eine Neubildung von bösartigem Gewebe in der Lunge. Andere Bezeichnungen für Lungenkrebs sind Lungenkarzinom und Bronchialkarzinom. 25 % aller Todesfälle aufgrund einer Krebserkrankung sind auf Lungenkrebs zurückzuführen.

Krankheitsbild

Bei Lungenkrebs bildet sich krankhaft neues Gewebe in der Lunge. Solange der Tumor noch klein ist und keine wichtigen Strukturen in der Lunge gestört werden, sind die Betroffenen zumeist beschwerdefrei. In einem späteren Stadium kann der Tumor im Bereich der Lunge Beschwerden wie Husten, Atemnot oder Brustschmerzen auslösen. Weitere typische Symptome, die aber keinen eindeutigen Hinweis auf Lungenkrebs liefern, sind außerdem Gewichtsverlust, Fieber und Nachtschweiß. Ein länger anhaltender Husten ohne anderweitige Erklärung sollte in diesem Zusammenhang ärztlich abgeklärt werden. Auch Blutbeimengungen im Hustensekret können ein Warnhinweis sein und sollten zu einem Arztbesuch führen.

Epidemiologie

Im Jahr 2012 erkrankten etwa 18.000 Frauen und 34.500 Männer an bösartigen Tumoren der Lunge. Circa 14.800 Frauen und 29.700 Männer verstarben an dieser Erkrankung. Somit ist Lungenkrebs in Deutschland mit einem Anteil von 25% weiterhin mit Abstand die häufigste Todesursache bei Männern und die zweithäufigste bei Frauen (15%). Männer erkranken durchschnittlich im Alter von 70 Jahren an Lungenkrebs, Frauen bereits mit 69.


Anteil von Lungenkrebs bei Männern und Frauen in Deutschland im Verhältnis zu anderen Krebserkrankungen. Erstellt nach: Zentrum für Krebsregisterdaten; Krebs in Deutschland 2011/2012, 10. Ausgabe, 2015. 

Risikofaktoren

Der Hauptrisikofaktor für Lungenkrebs ist Tabakrauch. Bei Männern sind neun von zehn Lungenkrebserkrankungen auf aktives Rauchen zurückzuführen; bei Frauen sind es sechs von zehn. Im Vergleich dazu stellen andere krebserregende Stoffe wie beispielsweise Asbest oder Feinstaub ein seltenes Risiko dar.

Unterteilung

Bei den Lungenkarzinomen unterscheidet man kleinzellige und nicht-kleinzellige Lungenkarzinome. Nicht-kleinzellige Lungenkarzinome heißen so, weil der Tumor aus größeren Zellen besteht. Sie bilden mit etwa 85 % den größten Anteil der Lungenkrebserkrankungen.

Das kleinzellige Lungenkarzinom umfasst lediglich 12-15 % der Lungenkarzinome in Deutschland. Ein typisches Merkmal der Erkrankung ist eine hohe Zellteilungsrate. Das heißt, die kranken Zellen vermehren sich sehr schnell, weshalb der Tumor schnell größer wird. Die Krebszellen neigen auch früh dazu, Metastasen zu bilden.

Lungenkarzinome werden nach der so genannten TNM-Klassifikation eingeteilt. Maßgeblich hierfür ist die Tumorgröße sowie, ob der Tumor in andere Gewebe hineinwächst (T), weiterhin der Befall von Lymphknoten (N) und die Ausbildung von Metastasen (M). Eine genaue Erklärung der TNM-Klassifikation finden Sie auf der Seite des Krebsinformationsdienstes.

Diagnostik und Therapie

Bei Verdacht auf Lungenkrebs kann ein möglicher Tumor durch eine Computertomographie (CT) oder Röntgenaufnahme sichtbar gemacht werden. Zur genauen Diagnose wird dann eine Biopsie durchgeführt und das entnommene Gewebe untersucht.

Die Therapie unterscheidet sich nach Art des Tumors. Bei einem kleinzelligen Lungenkrebs wird hauptsächlich medikamentös mit Chemotherapie behandelt. Bei einem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs richtet sich die Therapie stark nach dem Stadium. In einem frühen Stadium kann eine Heilung erreicht werden, indem der Tumor operativ entfernt wird. In seltenen Fällen kann auch eine Strahlentherapie zum Einsatz kommen. In späteren Stadien, insbesondere bei Metastasenbildung, werden Chemotherapie und Strahlentherapie eingesetzt. Vermehrt gibt es Untersuchungsmethoden im Labor, die an dem krankhaften Gewebe ganz bestimmte Veränderungen feststellen können. Diese zeigen auf, welche Therapie bei dem betroffenen Patienten am wirksamsten ist. In solchen Fällen kann eine zielgerichtete Therapie erfolgen. Der Lungenkrebs nimmt bei der Entwicklung dieser Therapieklasse eine Vorreiterrolle ein,. So werden bei dieser Krebsart zunehmend Veränderungen bekannt, die eine zielgerichtete Therapie ermöglichen. Die zielgerichteten Therapien finden auch in der palliativen Situation Anwendung. Grundsätzlich gilt aber, dass man keine allgemeingültige Aussage über Diagnostik und Therapie treffen kann, da sich beide sehr nach Patient und Krankheitsstadium unterscheiden.

In Deutschland gibt es zahlreiche zertifizierte Lungenkrebszentren, die sich auf diese Krebserkrankung spezialisiert haben. Bei der Deutschen Krebsgesellschaft finden Sie eine stetig aktualisierte Liste.

Prognose

Allgemein hat Lungenkrebs keine gute Prognose, die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei Frauen etwa bei 21%, bei Männern sind es 16%. Eine Heilung kann nur erreicht werden, wenn der Tumor in einem frühen Stadium entdeckt wird und vollständig entfernt oder u. U. mit einer Strahlentherapie zerstört werden kann. Das kleinzellige Lungenkarzinom neigt zu einer sehr frühen Ausbildung von Metastasen und ist damit nur sehr selten heilbar.

Weiterführende Informationen finden Sie auf Onkopedia, der Informationsseite der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO), in Form der Leitlinien zum kleinzelligen und nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom. Dort sind beispielsweise Symptome, Stadien und Behandlungsmöglichkeiten aufgelistet.

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