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Bauchspeicheldrüsenkrebs

Oft schlechte Prognose durch späte Diagnose

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist ein besonders bösartiger Tumor, der je nach seinem Ausgangspunkt zur Beeinträchtigung der Funktion der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und/oder zu einem Aufstau der Galle in der Leber führt.

Krankheitsbild

Die Bauchspeicheldrüse nimmt eine große Rolle bei der Verdauung ein, für die sie die notwendigen Enzyme produziert. Tumoren werden oft spät erkannt, da in frühen Krankheitsstadien noch keine Beschwerden auftreten. Erst wenn der Tumor größer wird, zeigen sich Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Verdauungsstörungen, Gewichtsverlust, Druckgefühl oder Schmerzen im Oberbauch und Appetitlosigkeit. Durch zunehmende Tumorgröße kann der durch die Bauchspeicheldrüse führende Gallengang blockiert werden. Dadurch kann es zu einem Galleaufstau und zu einer Gelbsucht kommen. Vom Tumor ausgelöste Schmerzen strahlen in den Rücken aus und können deshalb fälschlicherweise für Rückenschmerzen gehalten werden.

Epidemiologie

Im Jahr 2012 erkrankten in Deutschland 8.250 Männer und 8.480 Frauen neu an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Im Durchschnitt erkranken Männer mit 71 Jahren, Frauen mit 75 Jahren. Im Jahr 2012 starben in Deutschland ca. 8.180 Frauen und  7.940 Männer aufgrund von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Damit stellt er die vierthäufigste Krebstodesursache bei beiden Geschlechtern dar.

Anteil von Bauchspeicheldrüsenkrebs bei Männern und Frauen in Deutschland im Verhältnis zu anderen Krebserkrankungen. Erstellt nach: Zentrum für Krebsregisterdaten; Krebs in Deutschland 2011/2012, 10. Ausgabe, 2015.

Risikofaktoren

Das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs kann durch unterschiedliche Faktoren erhöht werden. Dazu zählen:

· Rauchen und Passivrauchen

· Übergewicht

· hoher Fleischwarenkonsum

· hoher Alkoholkonsum

Auch mit Vorerkrankungen wie einer chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) oder einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 2) steigt das Risiko, zu erkranken. Ein deutlich erhöhtes Risiko haben zudem Menschen mit mindestens zwei Verwandten ersten Grades, die an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt sind.

Unterteilung

Es gibt zahlreiche Formen von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die häufigste Form, die in 95 % der Fälle vorliegt, ist das duktale Adenokarzinom. Dabei handelt es sich um eine bösartige Neubildung der Zellen, die in der Bauchspeicheldrüse die Verdauungssekrete bilden.

Tumoren der Bauchspeicheldrüse werden nach der so genannten TNM-Klassifikation eingeteilt. Maßgeblich hierfür ist die Tumorgröße, das Hineinwachsen des Tumors in andere Gewebe (T), der Befall von Lymphknoten (N) und die Ausbildung von Metastasen (M). Eine genaue Erklärung der TNM-Klassifikation finden Sie auf der Seite des Krebsinformationsdienstes.

Diagnostik und Therapie

Zu den wichtigsten Untersuchungen zur Diagnose des Bauchspeicheldrüsenkrebses zählen unter anderem: bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchung (Sonographie)Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) sowie eine Magenspiegelung (Endoskopie).

Bisher ist die Operation, also das Entfernen des Tumors, die einzige Behandlung, die eine Chance auf Heilung verspricht. Allerdings nur dann, wenn sich noch keine Metastasen gebildet haben. Je nach Art und Verlauf der Erkrankung sowie Alter/Gesundheitszustand des Patienten sind weitere mögliche Therapieoptionen eine Chemotherapie oder eine Strahlentherapie.

Prognose

Da der Tumor meist in einem späten Stadium entdeckt wird, in dem er schon gestreut hat, ist die Prognose sehr ungünstig. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate beträgt für Männer 8% und für Frauen 9%.

Weiterführende Informationen finden Sie auf Onkopedia, der Informationsseite der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO). In den Leitlinien zum Pankreaskarzinom sind beispielsweise Symptome, Stadien und Behandlungsmöglichkeiten aufgelistet.

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