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Rückfall bei Krebs

Medizinische und emotionale Aspekte des Rezidivs

Das Rezidiv stellt andere Herausforderungen an die Betroffenen als die Erstdiagnose. Es ist ein Rückschlag im Kampf gegen den Tumor. Jetzt ist es besonders wichtig, genau über seine Situation Bescheid zu wissen.

Unter einem Rezidiv versteht man allgemein das erneute Auftreten oder Fortschreiten einer Erkrankung nach deren kompletter oder teilweisen Abheilung. Einfach gesagt: Das Rezidiv ist ein Rückfall. Auf eine Krebserkrankung bezogen bedeutet dies, dass nach erfolgreicher Therapie und Zerstörung bzw. Zurückdrängung des Tumors erneut Tumorgewebe auftritt.

Bei den soliden Tumoren, also den Organkrebserkrankungen wie Brustkrebs, Darmkrebs, Eierstockkrebs etc., muss zwischen Rezidiv = Wiederauftreten an Ort und Stelle sowie Metastasierung = Auftreten von Töchtergeschwülsten an anderen Organen unterschieden werden.

Bei den Blutkrebserkrankungen, wie z.B. Leukämien oder Lymphomen, spricht man von einem Rezidiv, wenn Krebszellen beispielsweise im Blut oder Knochenmark wieder nachweisbar sind.

Ob eine Krebserkrankung beim Wiederauftreten noch heilbar ist, ob man nun mit einem chronischen Verlauf rechnen muss oder ob die Erkrankung durch das Wiederauftreten lebensbedrohlich wird, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab und kann nur mit dem behandelnden Arzt in der individuellen Situation geklärt werden. Z.B. ist Hodenkrebs in der Regel auch im metastasierten Stadium heilbar, eine Metastase in der Leber bei Darmkrebs häufig auch.

Über die eigene Situation Bescheid wissen

Oft hilft es, den Arzt genau nach den Möglichkeiten und Aussichten zu fragen. Denn viele Patienten und Angehörigen verbinden mit dem Wiederauftreten der Erkrankung automatisch eine tödliche Bedrohung, obwohl das nicht zwangsläufig so sein muss.

Die Situation ist im Rezidiv von Patient zu Patient so unterschiedlich, dass keine allgemeingültige Aussage - etwa in Borschüren oder im Internet - getroffen werden kann. Ihr Arzt ist in einem solchen Fall der beste Ansprechpartner, er kann Ihnen die Situation erklären.

Um ein Rezidiv möglichst früh feststellen zu können, sind Nachsorgeuntersuchungen von großer Bedeutung. Sie können zwar eine emotionale Belastung darstellen, tragen aber auch zu einer gewissen Sicherheit bei, wenn sie ohne Befund bleiben.

Die Vorteile in der Rezidivsituation sind, dass Patienten und ihre Familien das Medizinsystem sowie vertrauenswürdige Behandler inzwischen kennen. Sie wissen, wo und welche Form von Unterstützung sie erhalten können und haben bereits mindestens einmal diese schwierige Situation gemeistert. Andererseits ist genau das eingetreten, wovor sie die größte Angst hatten. So ist es schwieriger wieder zu Hoffnung und Zuversicht zurückzukehren oder sich gar auf eine völlig neue Lebens- und Therapiesituation einzurichten, wenn die Krankheit nicht mehr heilbar ist.

Deshalb kann es sinnvoll sein, noch einmal über professionelle psychoonkologische Unterstützung nachzudenken, zumal über das medizinische hinaus erneut wichtige Entscheidungen, z.B. beruflich oder sozialrechtlich, anstehen können. Auch eine erneute sozialrechtliche Beratung in einer Krebsberatungsstelle kann in diesem Zusammenhang helfen.

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