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Prostatakrebs

„Männersache“ mit vielen Therapiemöglichkeiten

Prostatakrebs ist die am häufigsten vorkommende Krebsart bei Männern. Nicht jeder aber weiß, was genau sich eigentlich hinter diesem Begriff verbirgt. Mit einem Themenspecial möchten wir über diese spezifische Männerkrankheit aufklären – und vor allem darüber, welche Therapiemethoden es gibt.

Die Prostata, auch als Vorsteherdrüse bezeichnet, umschließt den oberen Teil der Harnröhre unterhalb der Harnblase. Sie ist für etwa 30 Prozent der Sekretproduktion, welche unter anderem der Mobilität der Spermien dient, verantwortlich. Die Drüse ist von einer bindegewebeartigen Hülle umgeben. Das Hormon Testosteron lässt sie wachsen und bestimmt ihre Entwicklung. Es kann auch zu einer gutartigen Vergrößerung der Prostata kommen, die behandlungsbedürftig sein kann, aber keinen Grund zur Sorge geben sollte.

Bei einer bösartigen Veränderung der Prostata spricht man auch von Prostatakrebs. Der unbehandelte Tumor wächst ungehindert und kann dann nach einiger Zeit die Hülle der Prostata durchwachsen und sich im Körper ausbreiten, also Metastasen bilden. Bei der Diagnose kann neben der bekannten Tastmethode unter anderem der so genannte PSA-Test für Klarheit sorgen, bei dem das prostataspezifische Antigen im Blut gemessen wird. Ein erhöhter Wert muss aber nicht zwingend auf eine Krebserkrankung hinweisen.

Der PSA-Test steht dabei immer wieder in der Diskussion und löst bei Männern sehr unterschiedliche Reaktionen aus. Kritiker der PSA-Bestimmung stellen die Aussagekraft des PSA-Tests in Frage, da die Beurteilung der Test-Ergebnisse schwierig sein kann bzw. bei Vorliegen eines erhöhten PSA-Wertes unnötige diagnostische und/oder therapeutische Maßnahmen ausgelöst werden können. Der PSA-Test sollte ein Baustein zur Diagnosestellung und in Kombination mit weiteren Untersuchungen zu einer gesicherten Diagnostik durchgeführt werden.

Aufmerksames Abwarten: die aktive Überwachung

Grundsätzlich gilt: Je höher das Lebensalter, desto größer das Risiko, einen Prostatakrebs zu entwickeln. Im Durchschnitt liegt das Erkrankungsalter bei etwa 70 Jahren.
Dabei hat, wer an Prostatakrebs erkrankt, heute vergleichsweise gute Karten: Die meisten Patienten leben fünf Jahre nach der Diagnose noch. Die Überlebensrate in dieser Zeitspanne liegt bei über 90 Prozent – auch, weil immer mehr Männer einen Früherkennungstest machen.

Es gibt unterschiedliche Therapiemöglichkeiten für den Prostatakrebs. Ihre Eignung hängt vom aktuellen Stadium der Erkrankung ab. So kann es zu einem frühen Zeitpunkt, wenn der Tumor noch auf die Prostata beschränkt ist, unter Umständen sogar sinnvoll sein, zunächst nur zu beobachten und gar keine Behandlung vorzunehmen: die so genannte aktive Überwachung. Das bedeutet aber weder, dass der Krebs von selbst verschwindet, noch, dass auf eine Heilung verzichtet werden soll. Es wird die Zeit bis zum Therapiebeginn (immer noch mit dem Therapieziel der Heilung) herausgezögert, da jede Therapie auch unerwünschte Folgen haben kann.

Chirurgischer Eingriff und systemischer Ansatz

Ist der Prostatakrebs diagnostiziert, hat aber noch nicht gestreut, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • eine operative Therapie bei der die gesamte Prostata chirurgisch entfernt wird.
  • eine Strahlentherapie – von außen oder - als so genannte Brachytherapie – von innen.

Hat sich der Krebs ausgebreitet, bedarf es eines systemischen Ansatzes. Auch hier gibt es mehrere Optionen:

  • eine Hormontherapie. Sie kann auch ergänzend im Anschluss an eine Operation angewendet werden.
  • eine Chemotherapie. Diese kann gegebenenfalls auch ergänzend vor oder nach einer Operation oder nach einer Bestrahlung gegeben werden.
  • moderne antihormonelle Therapien. Diese finden Ihren Einsatz nach Erreichen der Kastrationsresistenz.
  • oder eine Radium-Therapie. Diese Therapie wird bei einem kastrationsresistenten Prostatakarzinom mit symptomatischen Knochenmetastasen ohne bekannte viszerale Metastasen angewandt.

Welche Therapie die jeweils meistversprechende ist, richtet sich nach der Tumoraggressivität, dem Tumor- und Krankheitsstadium sowie nach dem individuellen Gesundheitszustand mit Begleiterkrankungen. Deshalb sollten Patient und der behandelnde Arzt eng zusammenarbeiten. So können sie diejenige Methode identifizieren, die im Kampf gegen den Krebs die besten Chancen verspricht.

Mehr Informationen und Details rund um das Thema Prostatakrebs finden Sie außerdem auf der Onlineplattform der Kampagne „Deine Manndeckung“ sowie in folgenden Broschüren:

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