Günstige Überlebensraten Dank ärztlicher Früherkennungsuntersuchung Krebshilfe Krebserkennung Krebsfrüherkennung

Malignes Melanom der Haut

Günstige Überlebensraten Dank ärztlicher Früherkennungsuntersuchung

Das maligne Melanom der Haut, im Volksmund auch schwarzer Hautkrebs genannt, ist ein von den Farbzellen (Pigmentzellen) der Haut ausgehender, bösartiger Tumor. Dank der 2008 eingeführten ärztlichen Früherkennung werden heutzutage viele Melanome bereits im frühen Tumorstadium entdeckt, was zu günstigen Überlebensraten beiträgt.

Krankheitsbild

Häufig treten Melanome an Rumpf, Armen oder Beinen auf. Sie können sich aus bereits bestehenden Leberflecken, aber auch ganz neu entwickeln. Weitere typische Körperstellen sind Gesicht (vor allem bei Älteren), Nägel, Fußsohlen, Schleimhäute und Augen (Aderhautmelanom). Zur Beschreibung verdächtiger Hautveränderungen wird die aus dem englischsprachigen Raum stammende ABCD-Formel genutzt:

  • A symmetry: Asymetrie, d.h. ungleichmäßige Form des Pigmentmals,

  • B order irregularities: unregelmäßige Begrenzungen zur umliegenden Haut,

  • C olour heterogeneity: unregelmäßige Färbung,

  • D iameter: Durchmesser des Pigmentmals (größer als 6 mm).

Stellen Sie solche Veränderungen bei sich selbst oder Angehörigen fest, dann klären Sie diese frühzeitig mit ihrem Hautarzt (Dermatologen) ab.

Epidemiologie

Im Jahr 2012 erkrankten in Deutschland 10.420 Frauen und 10.400 Männer neu am malignen Melanom und im gleichen Jahr starben 1.248 Frauen und  1.627 Männer daran. Das mittlere Erkrankungsalter der Frauen ist mit 59 Jahren vergleichsweise niedrig. Männer erkranken im Mittel 8 Jahre später.

Anteil von schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom)  bei Männern und Frauen in Deutschland im Verhältnis zu anderen Krebserkrankungen. Erstellt nach: Zentrum für Krebsregisterdaten; Krebs in Deutschland 2011/2012, 10. Ausgabe, 2015.

Risikofaktoren

Das Risiko an Hautkrebs zu erkranken kann durch verschiedene Faktoren erhöht werden. Dazu gehören Faktoren, die durch den eigenen Körper bedingt sind (endogen) und die von außen auf den Körper einwirken (exogen). Zu den endogenen Faktoren gehören:

  • Heller Hauttyp

  • Große Anzahl von Pigmentmalen

Zu den exogenen Faktoren zählen:

  • Hohes Aussetzen von natürlicher oder künstlicher Sonnenstrahlung (natürliche oder künstliche UV-Exposition), besonders in Kindheit und Jugend

Diagnostik und Therapie

Zur Bestätigung eines Verdachtsbefundes führt der behandelnde Dermatologe zunächst eine körperliche Untersuchung durch. Per Blickdiagnose sucht er den Körper nach verdächtigen Pigmentmalen ab. Um andere Krankheiten auszuschließen (Differentialdiagnose), wird die sogenannte Dermatoskopie (Auflichtmikroskopie) durchgeführt. Besteht weiterhin der Verdacht eines malignen Melanoms, wird schließlich eine Biopsie durchgeführt und gegebenenfalls das verdächtige Gewebe vollständig entfernt.

Die Therapie des malignen Melanoms der Haut erfolgt stadienabhängig. In einem frühen Stadium diagnostiziert reicht eine Entfernung des betroffenen Pigmentmales in einer kleinen Operation aus. Ist das Stadium schon weiter fortgeschritten, muss zusätzlich zur OP der am nächsten gelegene Lymphknoten auf einen möglichen Befall geprüft werden. Je nachdem wird dann eine ergänzende Therapie durchgeführt, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Hat der Hauttumor bereits gestreut und es existieren Metastasen kann außerdem eine Chemo-, Immun- oder Strahlentherapie, gegebenenfalls auch in Kombination, nötig sein.

In Deutschland gibt es zahlreiche zertifizierte Hautkrebszentren, die sich auf diese Erkrankung spezialisiert haben. Bei der Deutschen Krebsgesellschaft finden Sie eine regelmäßig aktualisierte Liste.

Prognose

Die ärztliche Früherkennung spielt beim schwarzen Hautkrebs eine große Rolle. Seit dem 1. Juli 2008 können gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre eine Früherkennungsuntesuchung auf Hautkrebs in Anspruch nehmen, welche durch die Krankenkassen bezahlt wird. Diese Untersuchungen tragen dazu bei, dass mehr als die Hälfte der Melanome noch in einem frühen Stadium (I) entdeckt werden. In diesem Stadium festgestellt, ist die Krebserkrankung leichter behandelbar. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei erfreulichen 94% bei Frauen und 91% bei Männern.

Weiterführende Informationen finden Sie auf Onkopedia, der Informationsseite der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO), in Form der Leitlinien zum Melanom. Dort sind beispielsweise Symptome, Stadien und Behandlungsmöglichkeiten aufgelistet.

zurück zur Übersicht