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Komplementäre Medizin bei Krebserkrankungen

Eine sinnvolle Ergänzung zur Standardtherapie?

Mistel und grüner Tee, Vitamine, Sport, und traditionelle asiatische Medizin – das Spektrum an komplementären Behandlungsmethoden ist vielfältig. Dabei stellt die Komplementärmedizin keine Alternative, sondern eine Ergänzung zur schulmedizinischen Therapie dar. Allerdings ist der Nutzen der Komplementärmedizin unter Ärzten umstritten.

Die Nachfrage nach komplementären Behandlungen zu Standardtherapien wie Chemo-, Strahlen- oder einer operativen Therapie ist groß. Bis zu 90 Prozent der Patienten mit einer Tumorerkrankung nutzen im Verlauf ihrer Erkrankung komplementäre Behandlungsmethoden.

Formen der Komplementärmedizin

Die Komplementärmedizin umfasst ein breites Spektrum an Methoden. In der nachfolgenden Übersicht werden Ihnen diese in Auszügen vorgestellt. Für einen umfangreicheren Überblick empfehlen wir Ihnen einen Blick in die weiterführende Literatur zu werfen und/oder Ihren behandelnden Onkologen zu konsultieren.

Körper, Geist und Seele

  • Asiatische Heilmethoden

  • Ayuverda

  • Feng Shui

  • Tanztherapie

Ernährung, Diäten und Vitamine

  • Vitamin A, C, D , E

  • Mineralstoffe und Spurenelemente

  • Diäten

  • Omega-3-Fettsäuren

Bewußtsein, Gefühle und Psyche

  • Autogenes Training

  • Hypnose

  • Mediation

Pflanzen, Präparate und Enzyme

  • Aloe Vera

  • Bachblütentherapie

  • Ginkgo

  • Jomol

  • Homöopathie

 

Komplementärmedizin ist keine Alternative zur Schulmedizin

Wer sich während einer Krebserkrankung der modernen Medizin verweigert und nur auf alternative Heilverfahren setzt, begibt sich in Lebensgefahr oder setzt sich dem Risiko schwindender Heilungschancen aus.

Medizinischer Nutzen der Komplementärmedizin

Klinische Studien zu komplementären Therapien legen zwar positive Effekte nahe, werden aber als wenig aussagekräftig angesehen, da immer nur sehr wenige Patienten an diesen Studien teilnahmen.

Viele Onkologen und Patienten sind dennoch davon überzeugt, dass komplementäre Therapieformen Krebs zwar nicht alleine heilen können, jedoch ein enormes Potential besitzen, die Nebenwirkungen konventioneller Medikamente zu vermindern und durch ein besseres Gesamtbefinden den Therapieerfolg zu fördern.

Wechselwirkungen mit der Standardtherapie beachten

Die Wechselwirkungen komplementärer Medizin mit der primären Tumortherapie dürfen nicht unterschätzt werden. Die Gefahr, dass sich die Mittel untereinander beeinflussen ist groß. Dies liegt daran, dass viele Pflanzen, Präparate und Enzyme stoffwechselaktiv sind und den Effekt von Krebsmedikamenten mindern oder stärken und zudem Allergien auslösen können. Sprechen Sie deshalb immer mit Ihrem behandelnden Onkologen, bevor Sie mit einer komplementären Behandlungsmethode beginnen.

Unseriöse Angebote frühzeitig erkennen

Es gibt keine Wunderheilmittel und keine Wunderheiler. Leider bietet das Internet Betrügern und Scharlatanen eine perfekte Plattform, um vermeintliche Wundermittel an den Mann und die Frau zu bringen. Auch Informationsseiten, die alternative Heilmethoden als den einzig wahren Weg zur Behandlung von Krebs anpreisen, sind hochgradig unseriös und entbehren jeglicher Grundlage.

Hinweise auf unseriöse Angebote und Informationen sind:

  • ein Mittel, das angeblich todkranke Patienten geheilt hat, wird angepriesen
  • Pflanzliche Präparate, Kräutermischungen etc. stammen aus einer unklaren Quelle. Diese können mit Schwermetallen und anderen gefährlichen Stoffen verunreinigt können.
  • Es wird suggeriert, dass Chemotherapie oder Operationen bei einer Krebserkrankung unnötig sind

Seriöse Information: Das Kompetenznetz Komplementärmedizin

Das Kompetenznetz Komplementärmedizin in der Onkologie (KOKON) hat das Ziel den Kenntnisstand von Patienten und Ärzten im Bereich Komplementärmedizin zu verbessern. Dieser versucht Informationslücken zu schließen und steht Ihnen als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung.

 
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