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Follikuläres Lymphom

Eine langsam wachsende Form des Lymphdrüsenkrebs

Das follikuläre Lymphom wird zu den langsam wachsenden, fachsprachlich „indolenten“ Non-Hodgkin-Lymphomen gezählt. Beim follikulären Lymphom ist durch einen Fehler bei der Zellteilung eine Abwehrzelle (B-Lymphozyt) funktionsuntüchtig geworden und vermehrt sich ungebremst. Die daraus entstandenen, krankhaften Zellen sammeln sich hauptsächlich in den Lymphknoten, aber auch im Knochenmark sowie im Blut, der Milz oder den Schleimhäuten.

Krankheitsbild

Das follikuläre Lymphom wird zu den langsam wachsenden (indolenten) Non-Hodgkin-Lymphomen gezählt. In der Regel tritt es ohne konkrete Beschwerden auf. Im klinischen Bild ist es häufig von tastbaren bzw. sichtbaren, aber schmerzlosen Vergrößerungen der Lymphknoten gekennzeichnet.

Ca. 20 % der Patienten weisen die so genannten B-Symptome auf, zu denen Nachtschweiß, Gewichtsverlust und Fieber gezählt werden. Zudem kann eine Anämie auftreten, die durch Symptome wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit sichtbar wird. Da die Zahl der funktionstüchtigen weißen Blutkörperchen abnimmt, können Infekte vermehrt auftreten. Wie oben bereits angesprochen, handelt es sich bei diesen Symptomen aber um kein eindeutiges Anzeichen für ein follikuläres Lymphom. Eine sichere Diagnose kann nur durch einen Arzt gestellt werden.

Epidemiologie

Das follikuläre Lymphom ist in Westeuropa das zweithäufigste und in den USA das häufigste indolente Non-Hodgkin-Lymphom. Es kommt typischerweise im höheren Lebensalter vor. Das mittlere Erkrankungsalter liegt zwischen 60 und 65 Jahren.

Follikuläres Lymphom Lymphdrüsenkrebs Non-Hodgkin-Lymphom

Anteil der follikulären Lymphome im Verhältnis zu anderen Non-Hodgkin-Lymphomen Erstellt nach: A Clinical Evaluation of the International Lymphoma Study Group Classification of Non-Hodgkin's Lymphoma; Blood: vol. 89; June 1997.

Risikofaktoren

Die Entstehung des follikulären Lymphoms ist nicht eindeutig geklärt. Eine berufliche Belastung mit Pestiziden und Benzol kann zu einem erhöhten Risiko führen, an einem follikulären Lymphom zu erkranken. Diese Belastung kann beispielsweise bei der Fertigung verschiedener Kunststoffe auftreten. Deshalb wird das follikuläre Lymphom in Deutschland in manchen Fällen als Berufskrankheit anerkannt. Aber auch Rauchen und Passivrauchen können das Erkrankungsrisiko erhöhen.

Unterteilung

Die Einteilung des follikulären Lymphoms erfolgt nach der so genannten Ann-Arbor Klassifikation, nach der viele bösartige Erkrankungen der Lymphdrüsen eingeteilt werden. Die Klassifikation berücksichtigt das Ausmaß und die Verteilung der Erkrankung im Körper. Es gibt die Stadien I bis IV. Der Zusatz B bedeutet, dass der Patient an einem oder mehreren der bereits genannten B-Symptome leidet. Der Zusatz A bedeutet hingegen, dass keine B-Symptome vorliegen. Weiterhin wird das follikuläre Lymphom im sogenannten Grading in der feingeweblichen Untersuchung in vier Untergruppen (1, 2, 3A, 3B) eingeteilt. Sie geben an, wie weit das kranke Gewebe vom gesunden Gewebe abweicht. Diese Information ist für die Auswahl der richtigen Therapie von Bedeutung.

Diagnostik und Therapie

Das follikuläre Lymphom wird oft bei Routineuntersuchungen diagnostiziert, bevor es Beschwerden verursacht. In 80 % aller Fälle wird es in einem späten Stadium festgestellt. Die Diagnose basiert auf der geweblichen Untersuchung eines durch eine Lymphknotenbiopsie entnommenen Lymphknotens. Für die Zuordnung zu einem Krankheitsstadium dienen unter anderem die körperliche Untersuchung, die Ultraschalluntersuchung, die Knochenmarkpunktion und Computertomographie.

Die Therapie erfolgt je nach Ausbreitung und Stadium. Beim Stadium I und häufig auch II werden alle Altersgruppen mit einer lokalen Strahlentherapie behandelt. Bei den Stadien III und IV wird mit einer Therapie erst begonnen, wenn Symptome auftreten. Allerdings muss die Erkrankung während dieser Zeit regelmäßig kontrolliert werden. Dieses Vorgehen des Abwartens und Kontrollierens bezeichnet man als Watch&Wait. Beim Auftreten von Symptomen richtet sich die Therapie immer nach dem Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten. Je nachdem erfolgt dann eine Chemotherapie in Kombination mit einer Immuntherapie oder eine Therapie mit Einzelmedikamenten.

Wird das follikuläre Lymphom beim Grading dem Grad 3B zugeordnet, so wird es als schnell wachsend und aggressiv angesehen. In diesem Fall wird es wie ein diffus großzelliges B-Zell-Lymphom behandelt.

Prognose

Die Prognose des follikulären Lymphoms ist in den meisten Fällen gut. Bei den Stadien I und II kann die Krankheit häufig mithilfe einer Strahlentherapie über mehrere Jahre zurückgedrängt und oft auch geheilt werden. In den fortgeschrittenen Krankheitsstadien kann über einen längeren Zeitraum der Krankheitsverlauf verlangsamt werden.

Weitere Informationen finden Sie in der Patientenleitlinie auf dem Leitlinienprogramm Onkologie, ein Programm der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V., der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. und der Deutschen Krebshilfe e.V.

Bei der Deutschen Krebsgesellschaft sind detaillierte Hintergrundinformationen allgemein zu Non-Hodgkin-Lymphomen zu finden. Darüber hinaus bietet das Kompetenznetz maligne Lymphome e.V. und die Deutsche Leukämie & Lymphom Hilfe Informationen zur Krankheit und Behandlung.

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