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Gebärmutterhalskrebs

Eine Impfung kann schützen

Gebärmutterhalskrebs, fachsprachlich Zervixkarzinom, wird hauptsächlich durch sexuell übertragbare Viren ausgelöst. Durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Frauenarzt können Krebsvorstufen früh entdeckt und behandelt werden. Außerdem gibt es seit einigen Jahren eine Impfung. Sie kann vor den Viren schützen, die u. a. diese Krebserkrankung auslösen.

Krankheitsbild

Der Prozess der Gewebeveränderung, die zu einem Zervixkarzinom führt, verläuft über Jahre mehrere Krebsvorstufen hinweg. Durch regelmäßige Krebsvorsorgeuntersuchungen können Zellveränderungen heute schon früh entdeckt werden – auch weil der Muttermund für eine Untersuchung gut zugänglich ist.

Weder die Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses, noch der Gebärmutterhalskrebs in einem frühen Stadium verursachen Beschwerden. Erst in fortgeschrittenen Stadien zeigen sich Symptome wie z. B. spontane Blutungen oder Blutungen nach Belastungen wie beispielsweise Geschlechtsverkehr, Rad fahren oder Reiten. Allerdings können solche Blutungen auch durch andere, harmlose Veränderungen ausgelöst werden. Die genaue Ursache einer Blutung kann nur durch einen Facharzt abschließend bestimmt werden.

Epidemiologie

Im Jahr 2012 erkrankten in Deutschland 4.640 Frauen neu an Gebärmutterhalskrebs. Das mittlere Erkrankungsalter für invasiven Gebärmutterhalskrebs liegt bei 53 Jahren. Invasiv bedeutet, dass der Tumor auch in das umliegende Gewebe hineinwuchert. Nicht-invasive, also auf den Gebärmutterhals beschränkte Formen können schon deutlich früher auftreten, im Durchschnitt ab etwa 35 Jahren. In Deutschland stirbt eine von 340 Frauen an dieser Krebserkrankung. Vor 30 Jahren waren es noch mehr als doppelt so viele.

Anteil von Gebärmutterhalskrebs bei Frauen in Deutschland im Verhältnis zu anderen Krebserkrankungen. Erstellt nach: Zentrum für Krebsregisterdaten; Krebs in Deutschland 2011/2012, 10. Ausgabe, 2015.

Risikofaktoren

Der Hauptrisikofaktor für die Entstehung des Gebärmutterhalskrebses ist eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV). Diese Viren werden beim Geschlechtsverkehr übertragen, und Infektion erfolgt unbemerkt. Die meisten Frauen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit diesen Viren. Da der Körper eine solche Infektion oft erfolgreich bekämpfen kann, bleibt sie meistens ohne spürbare Folgen. Bei beständiger Infektion, vor allem mit bestimmten Gruppen der HP-Viren, kann sich Gebärmutterhalskrebs entwickeln. Dies betrifft aber nur etwa 3 % der Frauen, die sich in ihrem Leben mit HPV-infizieren. Gegen einige der Hochrisiko-Viren gibt es eine Impfung, die im besten Falle vor dem ersten Geschlechtsverkehr vorgenommen werden sollte. Informationen zur HPV-Impfung finden Sie auf der Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung . Des Weiteren können Frauen in Deutschland ab 20 Jahren einmal jährlich einen Zellabstrich (einen so genannten PAP-Test) im Rahmen der gesetzlichen Krebsfrüherkennung machen lassen.

Weitere Risikofaktoren sind Rauchen, andere Infektionen im Genitalbereich (Herpes, Chlamydien), frühe sexuelle Aktivität, viele Geburten und ein stark geschwächtes Immunsystem. Die Einnahme der Pille wird ebenfalls mit einem leicht erhöhten Risiko für Gebärmutterhalskrebs in Zusammenhang gebracht. Nach Absetzen der Pille nimmt das Risiko wieder ab.

Unterteilung

Das Zervixkarzinom entwickelt sich in etwa 80 % der Fälle aus der Haut im Bereich des äußeren Muttermundes, dem so genannten Plattenepithel. Deshalb werden diese Tumoren auch als Plattenepithelkarzinome bezeichnet. Sehr viel seltener, in nur etwa 20% der Fälle, entstehen die Tumoren aus den Schleimhautzellen des Muttermundes. Sie werden als Adenokarzinome bezeichnet. Um den Tumor besser charakterisieren zu können, wird er in verschiedene Stadien unterteilt. Die Einteilung folgt bestimmten Kriterien. Insbesondere spielen die Größe des Tumors, die Beteiligung der Lymphknoten und das Vorhandensein von Metastasen eine große Rolle. Nach dieser Einteilung richtet sich dann auch die Therapie des Zervixkarzinoms.

Diagnostik und Therapie

Der PAP-Test ist eine wichtige Vorsorgeuntersuchung, die für Frauen ab 20 Jahren einmal jährlich von den Krankenkassen übernommen wird. Dabei werden mit einem Wattestäbchen oder einer kleinen Bürste Zellen entnommen und anschließend gefärbt. Durch die Färbung kann der Arzt mit einem Mikroskop die Zellen beurteilen. Zeigen sich dabei Auffälligkeiten, stellt die frauenärztliche Untersuchung mit einer Kolposkopie die wichtigste Diagnosemöglichkeit dar. Hierbei betrachtet der Gynäkologe das weibliche Genital äußerlich und innerlich vergrößert. Ist dabei ein Bereich optisch auffällig, kann der Arzt eine Gewebeprobe entnehmen, die labortechnisch untersucht wird. Zur Einschätzung, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat, werden bildgebende Verfahren verwendet. Dazu zählen Ultraschall der Vagina und der Nieren, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) des Beckens. Bei fortgeschrittenem Stadium empfiehlt sich außerdem eine CT oder MRT des Brustkorbs, um mögliche Metastasen entdecken zu können.

Die Ausbreitung des Gebärmutterhalskrebses ist ein wichtiger Faktor für die Wahl der Behandlungsmethode(n). In der Regel findet eine operative Therapie statt, die das Ziel hat, den Tumor möglichst komplett zu entfernen. Das Ausmaß einer Operation kann dabei stark variieren. Bei einem kleinen und oberflächlichen Tumor kann eine Konisation ausreichen. Das bedeutet, dass nur das betroffene Hautareal sowie die darunterliegenden Zellen in Form eines Kegels herausgeschnitten werden. Hat sich der Tumor schon weiter ausgebreitet, kann eine Hysterektomie, eine vollständige Entfernung der Gebärmutter, erforderlich sein. Bei Metastasenbildung kann zudem eine Bestrahlung oder eine Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie erforderlich sein.

Sollten Sie einen Kinderwunsch haben, besprechen Sie dies mit Ihren behandelnden Ärzten vor Behandlungsbeginn. Es gibt Mittel und Wege, mit deren Hilfe Ihre Fortpflanzungsfähigkeit in manchen Fällen trotz Krebstherapie erhalten werden kann.

Grundsätzlich gilt, dass man keine allgemeingültige Aussage über Diagnostik und Therapie treffen kann, da sich diese je nach Patient und Krankheitsstadium sehr unterscheiden.

Prognose

Wird der Gebärmutterhalskrebs in einem Vor- oder Frühstadium entdeckt, bestehen gute Chancen auf eine vollständige Heilung. Durch die verbesserte Früherkennung hat sich die Prognose von Gebärmutterhalskrebs in den letzten Jahrzehnten allgemein deutlich verbessert. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate für das invasive Zervixkarzinom liegt bei 69%.

Weiterführende Informationen finden Sie in Form der Leitlinien zum Zervixkarzinom und im blauen Ratgeber der Deutschen Krebshilfe zu Gebärmutterkarzinomen. Dort sind beispielsweise Symptome, Stadien und Behandlungsmöglichkeiten aufgelistet.

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