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Wenn Kinder an Krebs erkranken

Eine Herausforderung für die ganze Familie

Jährlich erkranken rund 1.800 Kinder unter 16 Jahren an Krebs. In einer solchen Situation verändert sich nicht nur der Alltag des Kindes, sondern der der ganzen Familie. Familiärer Zusammenhalt ist jetzt besonders gefragt.

Um erkrankte Kinder nach der Diagnose ideal darauf vorzubereiten, was auf sie zukommt, ist es wichtig, sie über ihre Krankheit und die anstehenden Therapien aufzuklären. Dies fällt nicht immer leicht. Bei Bedarf kann dabei das speziell ausgebildete Personal der Kinderkrebsstationen helfen.

Psychologen und Sozialarbeiter der Kinderkrebsstationen helfen

Auf den Kinderkrebsstationen arbeiten neben dem medizinischen Personal auch Psychologen und Sozialarbeitern, um die kleinen Patienten und ihre Familien zu betreuen. Sie sind während des gesamten -Therapie- und Krankheitsverlaufs eine wertvolle Stütze. Denn sie sind kontinuierlich vor Ort, können auf Fragen von Kind und Eltern eingehen und die Entwicklung des Kindes beobachten und gegebenenfalls reagieren. Außerdem können sie beim Ausfüllen von Anträgen und Formularen behilflich sein.

Auch der erzieherische Aspekt bleibt während eines Krankenhausaufenthaltes nicht auf der Strecke. Es gibt speziell für diesen Zweck Erzieherinnen, die das Spielzimmer betreuen. Für ältere Kinder gibt es zudem Unterricht im Krankhenhaus, damit sie den Anschluss an ihre Altersgenossen nicht verlieren.

 

Geschwisterkinder mit einbeziehen

Die Unterstützung der Geschwisterkinder spielt für das erkrankte Kind eine große Rolle. Deshalb ist es wichtig auch die Geschwisterkinder über die Krankheit aufzuklären, damit sie die Situation besser verstehen und sich nicht ausgeschlossen fühlen. Sie entwickeln dann oft von selbst den Drang ihrem Geschwisterchen zu helfen, sei es durch die Begleitung zu einem Arztbesuch, durch Vorlesen oder durch andere gemeinsame Aktivitäten. Dadurch unterstützen sie nicht nur das erkrankte Kind, sondern können auch selbst aktiv sein und treten nicht in den Hintergrund.

Denn oft ziehen sich Geschwister zurück, um die Eltern nicht zusätzlich zu belasten. Dies kann sich darin äußern, dass das Kind verschlossen, ernst oder gar übermäßig fröhlich wirkt. In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, auch dem Geschwisterkind eine „Auszeit von der Krankheit“ zu ermöglichen.

Die Kinderkrebsstiftung bietet Angebote für Geschwister krebskranker Kinder, wie Betreuungsangebote und Freizeiten – auch mit dem kranken Kind gemeinsam - , sowie eine Broschüre von und für Geschwister krebskranker Kinder.

Zum Kindsein gehört der Kontakt zu anderen Kindern – auch im Krankheitsfall.

Abgesehen von dem Kontakt mit den eigenen Geschwistern ist auch der Kontakt mit gleichaltrigen Kindern wichtig. Denn Spaß, Lachen und einfach Momente, in denen die Krankheit vergessen werden kann, helfen dabei Kind zu sein.

 

Eltern vergessen sich häufig selbst

Ob es überhaupt möglich ist, sich in einer so sorgenvollen Situation als Eltern auch noch um eigene Bedürfnisse zu kümmern?.Fakt ist: Je besser es Ihnen geht, desto besser können Sie Ihr Kind unterstützen und ihm Halt geben. Betreuungsangebote wahrzunehmen oder Hilfe von Freunden und Verwandten anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern es schafft Zeit um Kräfte zu bündeln oder zu sammeln.

Zu jedem Zeitpunkt kann es sehr hilfreich sein die Hilfe und Unterstützung eines Psychoonkologen anzunehmen. Er kann nicht nur dem Kind bei der Verarbeitung helfen, sondern auch den Eltern, und ihnen außerdem mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Außerdem gibt es auch gemeinschaftliche Erholungsangebote für Eltern und Kinder.

 

Weiterführende Informationen

  • Auf der Seite der Deutschen Kinderkrebsstiftung finden Sie Nachsorgeangebote und Geschwisterangebote sowie Informationsmaterial zum Bestellen.

  • Auf der Seite derElterninitiative Krebskranke Kinder München e.V. können Sie hilfreiche Erfahrungsberichte von kleinen Patienten, Geschwistern und Eltern lesen.

  • Das Buch„Doch nicht unser Kind… Unterstützung für Eltern krebskranker Kinder“ von Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Martine Hoffmann enthält Informationen zu den verschiedenen Altersstufen sowie Hörspiele und Entspannungsgeschichten.

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