Ein bösartiges, aber langsam wachsendes Lymphom Krebshilfe Krebserkennung Krebsfrüherkennung

Morbus Waldenström

Ein bösartiges, aber langsam wachsendes Lymphom

Morbus Waldenström (MW) oder Waldenströms Makroglobulinämie ist eine bösartige Erkrankung der weißen Blutkörperchen (B-Lymphozyten). Die entarteten B-Zellen produzieren große Mengen des Antikörpers Immunglobulin M (IgM), dessen Nachweis einen wichtigen Faktor für die Diagnose darstellt. Obwohl diese Erkrankung als bösartige Erkrankung gilt, schreitet sie in der Regel langsam voran.

Krankheitsbild

Beim Morbus Waldenström breiten sich krankhafte Lymphomzellen im Körper aus. Vor allem im Knochenmark, aber auch in den Lymphknoten und der Milz bildet er Krankheitsherde. Typisch für die Erkrankung ist das vermehrte Auftreten eines bestimmten Antikörpers, des so genannten Immunglobulin M (IgM), das von den entarteten Zellen übermäßig produziert wird. Mögliche Zeichen sind Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Müdigkeit, Anämie, Milzvergrößerung, Lymphknoten-Schwellung und Durchblutungsstörungen. Diese Symptome können aber auch bei anderen Erkrankungen auftreten, weshalb sie unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden sollten.

Epidemiologie

Morbus Waldenström ist eine sehr seltene Erkrankung, die nur 1-3% aller Non-Hodgkin Lymphome ausmacht.  In Südengland wurde die Europa-standardisierte Inzidenzrate mit 7,31/1.000.000 Einwohner für Männer und mit 4,2/1.000.000 Einwohner für Frauen berechnet. Das mediane Alter liegt bei 72-75 Jahren. (Männer sind häufiger betroffen als Frauen.)

Anteil des Morbus Waldenström im Verhältnis zu anderen Non-Hodgkin-Lymphomen. Erstellt nach: Aktuelle Onkopedia-Leitlinie Morbus Waldenström; Stand Mai 2017

Risikofaktoren

Die Ursachen der Erkrankung sind weitgehend unklar. Es scheint jedoch ein Zusammenhang mit einer bestehenden Infektion mit Hepatitis B und C, HIV oder mit Autoimmunerkrankungen zu bestehen. Die Erkrankung ist nicht vererbbar, es wurden aber familiäre Häufungen beobachtet.

Unterteilung

Der Morbus Waldenström gehört zu den langsam wachsenden Lymphomen. Da beim Morbus Waldenström immer Krankheitsherde im Knochenmark vorliegen, erfolgt die Einordnung nach der Ann-Arbor-Klassifikation
(I = am wenigsten bis IV = am weitesten fortgeschritten, Beteiligung des Knochenmarks) grundsätzlich unter IV. Außerdem können Patienten, die an einem Morbus Waldenström erkrankt sind, in drei Risikogruppen (niedrig, mittel, hoch) eingeteilt werden. Dabei werden das Alter, die Menge des Antikörpers Immunglobulin M, ein Mangel an Blutzellen sowie ein weiterer Wert (Beta-2-Mikroglobulin), der im Blut erhöht sein kann, berücksichtigt.

Diagnostik und Therapie

Bei Verdacht auf einen Morbus Waldenström erfolgt in der Regel eine gezielte Untersuchung des Blutes. Bei Nachweis einer erhöhten Konzentration von IgM erfolgt eine Untersuchung des Knochenmarks nach einer Knochenmarkpunktion.

Bei einem Morbus Waldenström muss nicht immer sofort mit einer Therapie begonnen werden. Da die Krankheit langsam voranschreitet, kann oft zunächst abgewartet und der Patient engmaschig beobachtet werden (watch&wait). Patienten mit einem Morbus Waldenström werden erst dann behandelt, wenn belastende Krankheitszeichen wie der Mangel an Blutzellen, eine Einschränkung der Lebensqualität oder Nervenstörungen auftreten. In der Regel wird dann eine Immunchemotherapie eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus einer Chemotherapie und einer Immuntherapie, die zu den zielgerichteten Therapien gezählt wird.

Prognose

Die Prognose orientiert sich beim Morbus Waldenström an der Risikogruppe, in die ein Patient eingeteilt wird. In der Niedrigrisikogruppe liegt die relative 5-Jahres-Überlebensrate bei 87%, während sie in der Hochrisikogruppe bei lediglich 36% liegt. Bei einer Vielzahl der Patienten unter 65 Jahren kann eine langfristige Rückbildung der Erkrankung erreicht werden.

Weitere Informationen finden Sie in der Patientenleitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO).

zurück zur Übersicht

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren