Die häufigste Krebsart bei Frauen Krebshilfe Krebserkennung Krebsfrüherkennung

Brustkrebs

Die häufigste Krebsart bei Frauen

Beim Brustkrebs handelt es sich um bösartige Tumoren der Brustdrüsen, die medizinische Bezeichnung ist Mammakarzinom. Brustkrebs macht mehr als 30 % der Krebserkrankungen bei Frauen aus.

Krankheitsbild

Im frühen Stadium haben die Betroffenen zumeist keine Beschwerden. Symptome, die im weiteren Verlauf von Brustkrebs auftreten können, sind beispielsweise neu auftretende Knoten, Verdichtungen oder Verhärtungen in der Brust oder der Achselhöhle. Auch Einziehung einer Brustwarze sowie wasserklare oder blutige Absonderungen aus einer Brustwarze gehören dazu. Weitere Symptome in fortgeschrittenen Stadien können Gewichtsabnahme und verminderte Leistungsfähigkeit sein.

Epidemiologie

Im Jahr 2012 erkrankten in Deutschland  69.550 Frauen und  620 Männer neu an Brustkrebs. Etwa eine von acht Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs, wobei  fast drei von zehn betroffenen Frauen bei Diagnosestellung jünger als 55 Jahre alt sind. In Deutschland starben im Jahr 2012 17.748 Frauen und  150 Männer aufgrund von Brustkrebs. Damit ist er die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland – bei Frauen sogar die häufigste.

Anteil von Brustkrebs bei Männern und Frauen in Deutschland im Verhältnis zu anderen Krebserkrankungen. Erstellt nach: Zentrum für Krebsregisterdaten; Krebs in Deutschland 2011/2012, 10. Ausgabe, 2015.

Risikofaktoren

Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, kann durch unterschiedliche Faktoren erhöht werden. So spielen vor allem Faktoren, die den Hormonhaushalt betreffen, eine große Rolle. Zu diesen und anderen Risikofaktoren gehören:

  • eine frühe erste/eine späte letzte Regelblutung
  • Kinderlosigkeit/ein erhöhtes Alter bei der ersten Geburt
  • Hormonersatztherapien in/nach den Wechseljahren (bes. Kombination aus Östrogenen und Gestagenen)
  • Übergewicht/Bewegungsmangel nach den Wechseljahren
  • Alkohol
  • Aktiv- und Passivrauchen

Ebenfalls ein erhöhtes Risiko haben Frauen mit sehr dichtem Brustdrüsengewebe oder bestimmten gutartigen Veränderungen der Brust. Regelmäßige Untersuchungen sind deshalb wichtig. Auch eine familiäre Häufung von Brust- oder Eierstockkrebs stellt einen erhöhten Risikofaktor dar. Bei häufigem Auftreten solcher Tumoren in einer Familie können spezielle Untersuchungen das verantwortliche Gen feststellen. Dies kann wichtige Folgen für die regelmäßigen Untersuchungen weiterer Familienmitglieder mit diesem Gen haben.

Unterteilung

Brustkrebs tritt nicht gleichmäßig verteilt an den verschiedenen Stellen der Brust auf. Unterteilt man die Brust in vier Bereiche entsprechend der Viertelstunden-Markierung einer Uhr, so treten etwa 55% aller Mammakarzinome im oberen, äußeren Bereich auf. Dies hängt damit zusammen, dass das Gewebe dort besonders reich an Milchdrüsen ist.

Beim Großteil der Fälle (65-80 %) handelt es sich um ein invasives duktales Karzinom. Das bedeutet, dass sich der Tumor aus Zellen der Milchgänge (duktus) der Brustdrüse gebildet hat. Der Tumor kann auf die Milchgänge beschränkt (non-invasiv) sein, sich aber auch in anderes Gewebe ausbreiten und damit invasiv sein. Bei einem invasiven Tumor erhalten die Krebszellen Zugang zum Blut- und Lymphsystem, wodurch die Ausbreitung und die Metastasenbildung ermöglicht werden.

Darüber hinaus gibt es Tumoren, die von den Milchdrüsen ausgehen und als lobuläres Karzinom bezeichnet werden (5-15 %), sowie einige andere sehr seltene Brustkrebserkrankungen.

Der Brustkrebs kann lokal begrenzt sein, aber auch Metastasen in anderen Bereichen der Brust oder im Rest des Körpers bilden.

Diagnostik und Therapie

Oft kann eine Veränderung der Brust zunächst bei einer Tastuntersuchung durch den Frauenarzt oder durch die Patientin selbst festgestellt werden. Zur Erhärtung des Verdachtes einer Brustkrebserkrankung wird dann eine beidseitige Mammographie, bei Frauen unter 40 Jahren eine Ultraschalluntersuchung beider Brüste sowie der Achselhöhle vorgenommen. Für die Sicherung der Diagnose wird Gewebe durch eine Stanzbiopsie aus dem verdächtigen Bereich entnommen und von einem Pathologen unter dem Mikroskop untersucht.

Als Therapieoptionen beim Mammakarzinom stehen die Operation, die Bestrahlung, die Chemotherapie, die Hormontherapie und die moderne, zielgerichtete Therapie zur Wahl. Jedoch kann man keine allgemeingültige Aussage über Diagnostik und Therapie treffen, da sich diese sehr nach Patient und Krankheitsstadium unterscheiden.

In Deutschland gibt es zahlreiche zertifizierte Brustkrebszentren, die sich auf diese Erkrankung spezialisiert haben. Bei der Deutschen Krebshilfe finden Sie eine regelmäßig aktualisierte Liste.

Prognose

Werden sie rechtzeitig erkannt und leitliniengerecht behandelt, sind die meisten Brustkrebs-Erkrankungen heilbar. Eine Früherkennung und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind daher von besonderer Bedeutung: Obwohl in den vergangenen Jahren mehr Frauen an Brustkrebs erkrankten, sinkt die Zahl der Sterbefälle kontinuierlich. Voraussetzung für eine dauerhafte Heilung ist eine vollständige Entfernung des Tumors. Möglich ist dies nur, wenn er in einem frühen Stadium erkannt wird und noch nicht in andere Regionen des Körpers gestreut hat.

Weiterführende Informationen finden Sie auf Onkopedia, der Informationsseite der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO), in Form der Leitlinien zum Mammakarzinom der Frau und des Mannes. Dort sind beispielsweise Symptome, Stadien und Behandlungsmöglichkeiten aufgelistet. Ersten Rat und weiterführende Informationen für Betroffene bietet auch das Online-Portal mamazone sowie der Patientenratgeber der Landeskrebsgesellschaft .

zurück zur Übersicht