Diagnose Krebs während der Schwangerschaft Krebshilfe Krebserkennung Krebsfrüherkennung

Wenn Freude und Angst zusammentreffen

Diagnose Krebs während der Schwangerschaft

In seltenen Fällen treffen die zwei medizinischen Ereignisse Schwangerschaft und Krebsdiagnose zusammen. Es entsteht eine extreme Belastungssituation, in der die erfreuliche Nachricht über den Familiennachwuchs durch die existentielle Angst um das Ungeborene und um sich selbst überschattet wird.

Etwa jede 1000. Schwangere ist von einer gleichzeitigen Krebserkrankung betroffen. Die häufigsten Krebsarten sind dabei Brustkrebs, schwarzer Hautkrebs und Krebserkrankungen des Blut- und Lymphsystems. In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der schwangeren Krebspatienten kontinuierlich angestiegen, da es immer mehr Spätgebärende gibt und sich das Krebsrisiko mit zunehmendem Alter erhöht.

Eine Schwangerschaft wirkt sich nicht negativ auf den Krankheitsverlauf aus und eine Krebserkrankung an sich stellt kein direktes Risiko für das ungeborene Kind dar.

Das ungeborene Kind kann sich nicht bei seiner Mutter mit Krebs anstecken.

Da der Mutterkuchen eine natürliche Barriere zu den Krebszellen bietet, ist das ungeborene Kind vor der Krebserkrankung der Mutter geschützt. Allerdings werden Krebssymptome oft für Schwangerschaftsbeschwerden gehalten. So wird eine Erkrankung oft erst in einem späteren Stadium festgestellt. Des Weiteren sind die Diagnosemöglichkeiten in der Schwangerschaft zum Schutz des Kindes eingeschränkt. Dadurch und durch das Hinauszögern einer Therapie verschlechtert sich die Überlebenschance der Mütter.

Krebstherapien bei Schwangerschaft

Werdende Mütter können auch trotz einer wirksamen Krebstherapie ein gesundes Kind zur Welt bringen, ein Schwangerschaftsabbruch ist in der Regel nicht nötig.

Ein Schwangerschaftsabbruch ist in der Regel nicht nötig.

Dabei gilt es, die Therapie individuell auf die Patientin, ihre Erkrankung und ihr Schwangerschaftsstadium abzustimmen. Für die einzelnen therapeutischen Möglichkeiten gilt folgendes:

  • Operation: Eine Operation kann mittlerweile ohne Beeinträchtigung des Kindes zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft vorgenommen werden. Lediglich eine Operation der Gebärmutter muss bis nach der Geburt hinausgezögert werden.
  • Chemotherapie: Mittlerweile können Frauen ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel mit einer Chemotherapie behandelt werden, da zu diesem Zeitpunkt bereits die Organe des Kindes ausgebildet sind und so die fruchtschädigende Wirkung gering ausfällt.
    Dies gilt jedoch nicht gleichermaßen für alle Substanzen. Manche haben erwiesenermaßen einen negativen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes bzw. ihre Auswirkungen sind noch nicht gesichert. Diese Substanzen werden deshalb auch nicht zur Chemotherapie bei Schwangeren eingesetzt.
  • Strahlentherapie: Ist keine risikoärmere, ebenso effiziente Therapie wie die Strahlentherapie möglich, so können schwangere Krebspatientinnen mit geringer Strahlenmenge (unterhalb von 0,1 Gy) behandelt werden. Ansonsten sollte eine Strahlentherapie erst nach der Geburt erfolgen.
  • Hormontherapie: Da sich der Hormonhaushalt in der Schwangerschaft ändert, sollte nicht weiter in ihn eingegriffen werden. Eine Hormontherapie sollte deswegen erst nach der Entbindung wahrgenommen werden.
  • Weitere medikamentöse Therapien: An sich spricht nichts gegen Krebsmedikamente – unter dem Vorbehalt, dass es auch hier Substanzen gibt, die unter Umständen schädlich für das Kind sein können.

Da es keine allgemeingültige Therapieempfehlung für Schwangere gibt und die Schwangerschaft zudem eine besondere Therapiesituation darstellt, ist es wichtig, Experten mehrerer Fachrichtungen in die Behandlung einzubeziehen. Neben den Krebsspezialisten sind dies vor allem die Kinder- und Frauenärzte. So können Sie absichern, dass Sie und Ihr Kind optimal versorgt werden.

Wird die Krebsbehandlung hinaus gezögert, ist eine regelmäßige, engmaschige Kontrolle notwendig.

Häufig besteht die Möglichkeit, die Krebsbehandlung hinauszuzögern. In diesen Fällen ist es notwendig, dass Sie sämtliche Kontrolluntersuchungen wahrnehmen, damit Ihre Ärzte bei Bedarf schnell handeln können.

Vorgehen bei schweren Krebserkrankungen

Wenn der Krebs sehr weit fortgeschritten oder sehr aggressiv ist, kann es notwendig sein die Schwangerschaft abzubrechen, um das Leben der Patientin mit einer aggressiven Therapie zu retten. In einem frühen Schwangerschaftsstadium wird dann meist zu einer Abtreibung geraten. Ist die Schwangerschaft schon weit fortgeschritten, kann ab der 25. Schwangerschaftswoche eine geplante Frühgeburt in Betracht gezogen werden.

zurück zur Übersicht