Das Liebesleben nicht beiseiteschieben Krebshilfe Krebserkennung Krebsfrüherkennung

Sexualität bei Krebs

Das Liebesleben nicht beiseiteschieben

Eine Krebserkrankung und ihre Therapie kann den ganzen Körper beeinflussen. Deshalb sollte ein Krebspatient keinen Sex haben, oder? – Falsch! Krankheit und Medikamente können zwar die Sexualität beeinflussen und verändern, dennoch tut ein ausgeglichenes Sexualleben dem Patienten und der Partnerschaft gut.

Prinzipiell spricht nichts dagegen, dass Krebspatienten sexuell aktiv sind. Ein befriedigendes Sexualleben trägt zum Erhalt der Lebensqualität bei und hilft, eine Partnerschaft zu festigen. Krebs ist keine ansteckende Krankheit und wird damit auch nicht sexuell übertragen.

Bei Tumoren im kleinen Becken (Gebärmutter-, Gebärmutterhals-, Eierstock-, Darm- oder Blasenkrebs) oder in den äußeren Genitalorganen (z. B. Vulvakarzinom) kann es beim Sex zu Schmerzen oder Blutungen kommen. Außerdem greifen manche Krebstherapien die Keimzellen (Spermien, Eizellen) an, weshalb eine sichere Verhütung erforderlich sein kann. Im Falle einer medikamentösen Krebstherapie (z. B. Chemotherapie) sollte man die Notwendigkeit und Dauer einer sicheren Verhütung mit dem Krebsspezialisten besprechen. Abgesehen davon besteht kein Grund zur Besorgnis, wenn man während und nach einer Krebsbehandlung sexuellen Kontakt pflegt.

Mögliche Auswirkungen der Krebstherapie auf das Sexualleben

Während einer Krebstherapie kann sich das Sexualleben des Patienten in mehrfacher Hinsicht ändern. Die Störungen können im Bereich des Verlangens, der Erregung, des Orgasmus und der Zeugung liegen.

Krebsmedikamente und -therapieformen können die Libido verändern.

Was die Wirkung auf die Libido betrifft, hängt sie davon ab, welches Organ vom Tumor befallen ist, und vom sexuellen Vorleben des Patienten.

Die häufigsten Probleme in Folge der Therapie sind:

  • Lustlosigkeit: Durch Medikamente, verändertes Körpergefühl, veränderterten Hormonhaushalt oder seelische Belastungen kann sich sexuelle Lustlosigkeit einstellen. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, sondern reden Sie mit Ihrem Partner über die Gründe sowie über Wünsche und Bedürfnisse.

  • Schmerzen: Als Nebenwirkung, durch den Tumor oder eine Operation können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auftreten. Nach einer Operation sollten Sie die ärztlich empfohlene Zeit der sexuellen Enthaltsamkeit einhalten.
    Schmerzen nach Ablauf dieser Zeit können bei Männern vor allem durch Entzündung oder Reizung der Prostata und der Harnwege, bei Frauen vor allem durch eine verkürzte Scheide, gereizte Scheidenschleimhaut und psychische Beschwerden auftreten. Für beide Geschlechter können Narben der Auslöser für Schmerzen sein. Ein Besuch bei einem medizinischen Experten ist in allen Fällen ratsam.
    Narben können mit speziellen Pflegeölen geschmeidig gemacht werden, die Scheidenschleimhaut mit speziellen Cremes und Gleitgels beruhigt und geschützt werden. Außerdem können Gymnastik, Massagen und Physiotherapien das Allgemeinbefinden verbessern.

  • Vaginalprobleme: In Folge der verschiedenen Therapien kann es zu Scheidentrockenheit und entzündeter Schleimhaut kommen. Lassen Sie sich von Ihrem Frauenarzt beraten und nutzen Sie rezeptfreie Gleitgels, die wasserlöslich, unparfümiert und farblos sind.
    Nach einer Operation kann es außerdem zum Elastizitätsverlust der Scheide kommen. Halten Sie sich in einem solchen Fall unbedingt an die empfohlene Dauer der sexuellen Enthaltsamkeit. Durch manche Therapien kann es außerdem zu Vaginalinfekten kommen. Achten Sie auf Hygiene und lassen Sie sich von einem Arzt behandeln. Unter Umständen wird auch der Partner behandelt, um eine erneute Ansteckung zu vermeiden.

  • Erektionsstörungen: Durch körperliche Ursachen wie geschädigte oder durchtrennte Nerven oder Blutgefäße, geschädigter Penisschwellkörper oder zu niedriger Testosteronspiegel, aber auch durch psychische Belastungen können Erektionsstörungen auftreten. In einem solchen Fall sollten Sie einen Urologen oder unter Umständen einen Sexualtherapeut zu Rate ziehen.

Sexualität ist etwas natürliches und kann zudem dazu beitragen unser Wohlbefinden zu verbessern. Deshalb sollten Sie sich nicht von Ihrem Schamgefühl davon abhalten lassen mit Ihrem Arzt über Probleme zu sprechen.

Ausführliche Informationen zum Thema Sexualität bei Krebs bieten die Ratgeber „Sexualität und Krebs“ für Männer und für Frauen des Deutschen Krebsforschungszentrums.

zurück zur Übersicht

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren