Darmkrebs kann man vorbeugen Krebshilfe Krebserkennung Krebsfrüherkennung

Darmkrebs

Darmkrebs kann man vorbeugen

Unter Darmkrebs versteht man einen bösartigen Tumor im Dickdarm oder Enddarm, der sich in den meisten Fällen über Jahre hinweg aus gutartigen Geschwülsten (Darmpolypen) entwickelt. Deshalb tritt diese Krebsart sehr häufig bei älteren Menschen auf.

Krankheitsbild

Zwischen dem Auftreten gutartiger Darmpolypen und ihrer Entartung können bis zu zehn Jahre vergehen. In diesen Jahren sind die Betroffenen in der Regel beschwerdefrei. Deshalb gibt es für den Darmkrebs auch keine charakteristischen Frühsymptome. In einem späteren Stadium treten Beschwerden wie Blut oder Schleim im Stuhl, Veränderungen der Stuhlgewohnheiten, Schmerzen und Krämpfe, Gewichtsabnahme sowie verminderte Leistungsfähigkeit auf.

Epidemiologie

Im Jahr 2012 erkrankten in Deutschland  33.740 Männer und  28.490 Frauen neu an einer Form von Darmkrebs. Damit ist Darmkrebs die zweithäufigste Krebsart bei beiden Geschlechtern. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei  72 Jahren bei Männern und 75 Jahren bei Frauen. Darmkrebs ist mit etwa 13.800 Sterbefällen bei Männern und 12.700 bei Frauen die zweithäufigste Krebstodesursache für Männer in Deutschland.

Anteil von Darmkrebs bei Männern und Frauen in Deutschland im Verhältnis zu anderen Krebserkrankungen. Erstellt nach: Zentrum für Krebsregisterdaten; Krebs in Deutschland 2011/2012, 10. Ausgabe, 2015.

Risikofaktoren

Das Darmkrebsrisiko kann durch unterschiedliche Faktoren ansteigen. Der Lebenswandel ist von besonderer Bedeutung. Dazu zählen:

· Fettreiche und ballaststoffarme Ernährung

· Rauchen

· hoher Alkoholkonsum

· Bewegungsmangel

· Übergewicht

Zudem stellen chronisch entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) sowie eine familiäre Vorbelastung, die bei ca. 30 % aller Darmkrebsfälle vorliegt, weitere Risikofaktoren dar.

Unterteilung

Der Oberbegriff Darmkrebs fasst Krebserkrankungen des Dickdarms (Kolon) und des Enddarms (Rektum) zusammen, wobei am häufigsten der Dickdarm betroffen ist. Bei über 95 % der Patienten mit Rektum- und Kolonkarzinom liegt ein so genanntes Adenokarzinom vor, bei dem sich aus den Drüsenzellen der Darmschleimhaut Darmpolypen entwickeln, aus denen letztlich in einem langsamen Prozess die Krebserkrankung hervorgeht.

Diagnostik und Therapie

Die genaueste und aussagekräftigste Untersuchung zur Diagnose und zur Vorbeugung des Darmkrebses ist die Darmspiegelung (Endoskopie). Weitere Untersuchungsmethoden sind unter anderem Stuhl- und Bluttests, UltraschallComputer- und Magnetresonanztomographie (CT, MRT).

Bei den meisten Patienten wird der Tumor operiert. Abgesehen von speziellen Fällen eines Tumors im Enddarm ist dies auch das einzige Verfahren, mit dem eine Heilung erzielt werden kann. Je nach Krebsstadium und -form kann die operative Therapie mit einer Chemo- oder Strahlentherapie kombiniert werden. Darüber hinaus stehen moderne, zielgerichtete Therapien zur Verfügung.

In Deutschland gibt es zahlreiche zertifizierte Darmkrebszentren, die sich auf diese Krebserkrankung spezialisiert haben. Bei der Arbeitsgemeinschaft deutscher Darmkrebszentren finden Sie eine stetig aktualisierte Liste.

Hilfreiche Informationen zur Darmkrebsvorsorge und Früherkennung sowie zum Darmkrebs im Allgemeinen bietet die Website Lebensblicke.de, aber auch die Felix Burda Stiftung und die Kampagne Darmkrebsmonat März.

Prognose

Die Früherkennung nimmt bei dieser Krebserkrankung eine besonders wichtige Rolle ein. Eine regelmäßige Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen führt dazu, dass Darmpolypen entdeckt werden können, bevor sie entarten. Mögliche Polypen können während einer solchen Untersuchung auch direkt entfernt werden. Sollten Polypen bereits entartet sein, bietet die Vorsorgeuntersuchung die Möglichkeit, dass ein Tumor in einem frühen Stadium entdeckt wird. Dann ist der Tumor örtlich begrenzt und hat noch keine Metastasen gebildet, sodass er möglicherweise vollständig entfernt werden kann. Durch die vollständige Entfernung ist Darmkrebs heilbar. Deshalb werden Patienten ab dem 50. Lebensjahr Vorsorgeuntersuchungen – insbesondere eine Darmspiegelung – angeboten, deren Kosten von den Krankenkassen getragen werden. Aber auch bei fortgeschrittener Erkrankung hat sich in den letzten zehn Jahren die Überlebensrate verbessert. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate bei Darmkrebs-Patienten liegt etwa bei 65 %.

Weiterführende Informationen zur Krankheit finden Sie auf Onkopedia, der Informationsseite der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO), in Form von Leitlinien zum Kolonkarzinom und Rektumkarzinom. Dort sind beispielsweise Symptome, Stadien und Behandlungsmöglichkeiten aufgelistet.

zurück zur Übersicht