Brustkrebs-Früherkennung in die eigenen Hände nehmen Krebshilfe Krebserkennung Krebsfrüherkennung

Brustkrebsvorsorge

Brustkrebs-Früherkennung in die eigenen Hände nehmen

Die Heilungschancen bei Brustkrebs sind umso höher, je früher er erkannt wird. Wie sorge ich am besten selbst vor? Was empfehlen Fachgesellschaften und welche Untersuchungen übernimmt die Krankenversicherung? Der Brustkrebsmonat Oktober rückt die häufigste weibliche Krebserkrankung, das sogenannte Mammakarzinom, in den Fokus.

Von acht Frauen erkrankt eine im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs – das mittlere Diagnosealter ist 64 Jahre, doch steigt das Risiko schon ab 30 Jahren stetig an.1 Wird ein maligner, d.h. bösartiger, Knoten in der Brust früh entdeckt, kann er gut behandelt werden, was nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Chancen auf Heilung erhöht. Pink Ribbon Deutschland spricht davon, dass bis zu 80 Prozent der Mammakarzinome erkannt werden, nachdem Patientinnen eine Veränderung in der Brust selbst entdeckt haben. Fachgesellschaften, Krankenkassen und Patientenorganisationen empfehlen das monatliche Abtasten der eigenen Brust. Doch stehen jeder gesetzlich versicherten Frau in Deutschland auch Vorsorgeleistungen zu. Die wichtigsten Empfehlungen und Leistungen finden Sie hier auf einen Blick:

Ab 20 Jahre

  • Viele Ärzte empfehlen schon jetzt die Selbstuntersuchung der Brust einmal im Monat (Anleitung siehe unten) – je früher man Routine entwickelt, desto besser wird das Gespür für Veränderungen der Brust

Ab 30 Jahre

  • Erweiterte Krebsvorsorge: Der behandelnde Gynäkologe stellt Fragen nach Veränderungen von Haut oder Brust; tastet Brust und Achselhöhlen ab und leitet zur regelmäßigen Selbstuntersuchung an

Ab 50 bis 69 Jahre

  • Alle Frauen in diesem Alter werden zur Brustkrebsfrüherkennung durch das Mammographie-Screening eingeladen. Die freiwillige Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust wird von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Alle Informationen hierzu finden Sie unter http://www.mammo-programm.de/

Selbstuntersuchung: Anleitung zum Abtasten

Eine Woche nach dem ersten Tag der Regel ist die Brust zu meist weicher und weniger knotig, sodass dies ein geeigneter Zeitpunkt ist. Alternativ kann jeder andere Tag eines Monats dazu dienen, um sich eine Routine zu schaffen. Auf Instagram erinnert zum Beispiel der Hashtag #feelitonthefirst (engl. „Abtasten am Ersten“) an die regelmäßige Brustkrebsvorsorge.

  1. Aussehen vor dem Spiegel prüfen
    Hände in die Hüften, Blick nach vorn – sieht die Brust von außen auffällig aus? Bewegt sich die Haut und Brustwarzen gleichmäßig mit, wenn die Hände über den Kopf gehoben werden? Wiederholen Sie den Vorgang um auch von der Seite nach Einziehungen, Verwölbungen oder sonstigen Auffälligkeiten wie Orangenhaut, Rötungen, oder neu auftretenden Größenunterschieden beider Brüste zu sehen.
  2. Im Liegen systematisch abtasten
    Legen Sie zum Beispiel den Kopf auf einen Arm und beginnen mit der freien Hand die gegenüberliegende Brust abzutasten. Am besten gehen Sie systematisch von links nach rechts oder von außen nach innen vor, um ein Areal von Brustbein zur Mitte der Achsel und vom unteren Ende der Brust bis zum Schlüsselbein mit flachen Fingerkuppen abzutasten. Knötchen sind in der Regel 1-2 cm groß, bevor sie ertastet werden können, lassen sich nicht verschieben, fühlen sich fest an und schmerzen nicht. Achten Sie auch auf geschwollene Lymphknoten im Achselhöhlenbereich
  3. Brustwarzen nicht vergessen
    Zu guter Letzt drücken Sie vorsichtig mit Zeigefinger und Daumen die Brustwarze zusammen. Treten einseitige Absonderungen auf?

Nicht jede Auffälligkeit bedeutet Brustkrebs – zögern Sie jedoch nicht, Tastbefunde und Auffälligkeiten mit Ihrem Arzt zu besprechen, damit dieser ggf. weitere Untersuchungen anordnen und unnötige Sorgen ausräumen oder das weitere Vorgehen besprechen kann. Weitere Informationen zur Brustkrebsvorsorge finden Sie zum Beispiel auf den Patientenseiten der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V., im Onko-Internetportal der Deutschen Krebsgesellschaft, aber auch unter pinkribbon-deutschland.de.

 

Quellen:

1 https://www.pinkribbon-deutschland.de/vorsorge-fakten/fakten.html

zurück zur Übersicht