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Pleuramesotheliom

Asbest als hauptsächlicher Auslöser

Unter Pleura versteht man eine dünne Haut, die den Brustkorb von innen auskleidet und auch die Lunge umhüllt. Deshalb wird sie auch Brustfell oder Rippenfell genannt. Das Pleuramesotheliom bezeichnet den Tumor, der von dieser Haut ausgeht. Ursache ist in über 90 % der Fälle ein vorangegangener Kontakt mit Asbest, weshalb dieses Material nicht mehr verarbeitet werden darf.

Krankheitsbild

Das Mesotheliom wächst eigentlich langsam, greift aber schnell auf Lunge, Brustwand und andere benachbarte Organe über. Die Erkrankung kann sich mit Luftnot, Husten, atmungsabhängigen Brustschmerzen, Gewichtsverlust und Wasser in der Lunge äußern.

Epidemiologie

Nach dem Kontakt mit Asbest vergehen Jahre, bis ein Tumor auftritt. Da seit 1995 ein Verbot der Asbestverarbeitung besteht, ist die Erkrankungshäufigkeit bei unter 65-jährigen Männern jedoch inzwischen deutlich rückläufig, während die bei den über 75-Jährigen noch steigt. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei beiden Geschlechtern aktuell bei 73 Jahren. Insgesamt gesehen ist das Pleuramesotheliom im Jahr 2012 aber dennoch mit 1.560 Neuerkrankungen (Männer: 1.260, Frauen:  300) pro Jahr in Deutschland ein eher seltener Tumor.

Pleura Pleuramesotheliom FrauenPleura Pleuramesotheliom Männer

Anteil von Pleuramesotheliom bei Männern und Frauen in Deutschland im Verhältnis zu anderen Krebserkrankungen. Erstellt nach: Zentrum für Krebsregisterdaten; Krebs in Deutschland 2011/2012, 10. Ausgabe, 2015.

Risikofaktoren

Asbest ist ein natürlich vorkommendes Mineral, das bis zu seinem Verbot unter anderem als Dämmstoff und beim Brandschutz eingesetzt wurde. Ab einer gewissen Größe können eingeatmete Asbestfasern nicht mehr vom körpereigenen Abwehrsystem bekämpft werden und sammeln sich dann dauerhaft im Lungengewebe an. Von dort aus lagern sie sich im Brustfell ab. Betroffen hiervon sind hauptsächlich Berufsgruppen wie Schlosser, Schweißer, Elektriker, Installateure, Dachdecker, Maurer, Bauarbeiter, Fliesenleger und Kraftfahrzeugtechniker. Kommt zum Kontakt mit Asbest noch Tabakkonsum, steigt das Risiko für ein Pleuramesotheliom enorm.

Unterteilung

Das Pleuramesotheliom wird anhand seiner Gewebemerkmale in drei Formen unterteilt. Das epithelioide Pleuramesotheliom tritt am häufigsten auf. Die Zellen wachsen etwas schneller, bleiben aber miteinander verbunden, wodurch der Tumor erst spät streut.

Das sarcomadoide Pleuramesotheliom besteht aus Zellen, die nicht miteinander verbunden sind. Es entstehen schnell Metastasen, weshalb die Prognose sehr schlechter ist.

Das biphasische Pleuramesotheliom ist ein Mischtypus aus den beiden zuerst genannten. Der Tumor verhält sich danach, welcher Zelltyp hauptsächlich vorhanden ist.

Diagnostik und Therapie

Eine Diagnose des Pleuramesotheliums ist meist schwierig. Erste Hinweise geben die klinischen Symptome sowie die Berufsanamnese mit Hinweisen auf einen Asbestkontakt. Im Röntgenbild der Lunge können sich zudem Verdickungen des Brustfells zeigen. Oftmals tritt belgleitend eine Flüssigkeitsansammlung (Pleuraerguss) zwischen den beiden Teilen des Brustfells auf. Zur Sicherung der Diagnose wird während einer Endoskopie des Brustkorbs (Thorakoskopie) oder der Bronchien (Bronchoskopie) Gewebe der Pleura für eine genaue Untersuchung gewonnen. Dabei zeigen sich die abgelagerten Asbestfasern.

Das Pleuramesotheliom ist schwierig zu therapieren. Ist der Tumor auf eine Seite beschränkt, kann eine Hälfte der Lunge mitsamt dem Brustfell operativ entfernt werden. Der Tumor kann auch bestrahlt oder mit Chemotherapie behandelt werden. In den meisten Fällen führt dies aber nicht zu einer Heilung. Die Therapie stellt in der Regel lediglich eine Maßnahme der Lebensverlängerung und der Verbesserung des Allgemeinzustandes dar.

Prognose

Die Prognose des Pleuramesothelioms ist sehr schlecht. Die relative 5-Jahres-Überlebensraten von 9% bei Männern bis 17% bei Frauen zeigen die Aggressivität des Tumors. Trotz Früherkennungsuntersuchungen von Risikogruppen durch die gesetzlichen Unfallversicherungen konnten diese Zahlen nicht wesentlich beeinflusst werden.

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