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Mündige Patienten

Arzt-Patienten-Beziehung im Wandel

Entscheidend für eine richtige Diagnose und die optimale Therapie ist die Kommunikation zwischen Arzt und Patient. Dabei hat sich die Rolle des Patienten in der Arzt-Patienten-Beziehung in den letzten Jahren stark geändert. Immer häufiger wird erwartet, dass Patienten mehr Eigenverantwortung zeigen und bekommen deshalb mehr Mitbestimmungsrechte. Ärzte sprechen von „mündigen Patienten“. Aber auch Patienten möchten mehr in die Behandlung und Entscheidungen eingebunden werden. Denn heute ist klar: Treffen Arzt und Patient gemeinsam Entscheidungen über die Behandlung, wirkt sich dies positiv auf die Therapietreue und den Behandlungserfolg aus.

Das Leitbild eines informierten Patienten hat sich, nicht zuletzt durch die Möglichkeiten die das Internet für das Gesundheitswesen bietet, gebildet. Immerhin gehören Gesundheitsinformationen zu den meist gesuchten Themenfeldern im World Wide Web. Patienten werden immer mehr Möglichkeiten geboten, sich eigenständig über ihre Erkrankung zu informieren. Dabei reicht das Angebot von einfachen Informationen zu der Erkrankung, über Tipps und Tricks während der Behandlung, bis zu Anwendungen der Therapieüberwachung. Solche Informations- und Kommunikationstechnologien werden im Gesundheitswesen unter dem Begriff „E-Health“ (electronic health) zusammengefasst. Der steigende Einsatz dieser Technologien prägt die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Wenn es um die Zukunft der Medizin und Versorgung der Patienten geht, ist die Auseinandersetzung mit diesem Thema eine der wichtigsten Aufgaben. „Die Digitalisierung wird die weitere Entwicklung unseres Gesundheitswesens in entscheidender Weise prägen […]“ so der ehemalige Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Dabei sprechen Experten der Digitalisierung viel Potenzial zu, die Patientenversorgung zu verbessern. Doch auch Patienten sind davon überzeugt, dass E-Health den Austausch mit dem Arzt vereinfachen wird, berichtet die Techniker Krankenkasse.

Mehrere Studien bestätigen eine Tendenz zu positiven Resultaten bei der Nutzung von E-Health-Angeboten: Laut Bitkom hilft die Recherche im Internet zu Gesundheitsthemen 74 Prozent der Menschen souveräner gegenüber dem Arzt aufzutreten und 48 Prozent verstehen ihren Arzt durch die Recherche besser¹. So berichten 38 Prozent der Besucher großer Gesundheitsportale die Anweisungen ihrer Ärzte zu ihren Medikamenten deutlich besser zu verstehen und befolgen zu können. 22 Prozent finden, die Kommunikation mit dem Arzt sei besser geworden², so EPatient RSD. Insgesamt zeigte sich eine Verbesserung der Arzt-Patienten-Beziehung durch die eigenständige Informationssuche der Patienten.

E-Health umfasst jedoch weit mehr als Gesundheitsportale, die Patienten zur Informationsbeschaffung nutzen. Neuen Technologien bieten die Möglichkeit, Patienten aktiv an ihrer Behandlung teilnehmen zu lassen. Unter anderem in der Krebstherapie ist es von großer Bedeutung, Kommunikationsprozesse zu optimieren und effizienter zu gestalten. Patienten mit bösartigen Erkrankungen sind häufig verunsichert, nicht zuletzt was ihre Therapie anbelangt. Ein wichtiges Ziel für viele Betroffene ist es, die Sicherheit ihrer Therapie zu verbessern und den eigenen Krankheitsverlauf besser zu verstehen und einschätzen zu können. Viele Behandlungen werden mittlerweile ambulant durchgeführt, sodass behandelnde Ärzte ihre Patienten nur selten sehen und somit der Austausch fehlt. Um diesem Anliegen nachzukommen und die Therapiesicherheit zu verbessern gibt es z.B. Webplattformen, auf der Patienten anonym Gesundheitsdaten zur Begleitung ihrer Krebstherapie eintragen können. Der Nutzer wird so dabei unterstützt, den eigenen Therapieverlauf zu beobachten und wird darauf hingewiesen, wenn es angebracht ist, den Rat des behandelnden Arztes einzuholen.

Ein Beispiel ist der „Onkobutler“, eine von Dr. Wöhr, Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Hämatologie und internistische Onkologie, entwickelte Webplattform.

Dies ist nur ein Beispiel der zahlreichen E-Health-Anwendungen im Internet. Entscheiden Sie sich dazu, eines dieser Angebote in Anspruch zu nehmen, wäre eine vorherige Absprache mit dem behandelnden Arzt ratsam, ob die jeweilige digitale Anwendung Ihre Therapie unterstützen kann. Denn solche Anwendungen können auch eine Gefahr darstellen. Beispielsweise wenn sie falsch eingesetzt werden oder falsche Informationen enthalten – nicht alle Angebote sind sicher und von Ärzten entwickelt. Lassen Sie sich daher von Ihrem Arzt beraten.

 

  1. https://www.bitkom.org/Presse/Anhaenge-an-PIs/2016/Bitkom-Pressekonferenz-Digital-Health-15-09-2016-Praesentation-final.pdf, Zugriff am 3.5.2018

  2. http://docplayer.org/1136374-Pressemappe-zum-4-nationalen-e-patienten-survey-2015.html, Zugriff am 3.5.2018

 

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