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Operative Entfernung des Prostatatumors ist oft die beste Option

Wann ein Eingriff sinnvoll ist

Manchmal ist eine Operation zur Entfernung des Prostatatumors (Prostatakarzinom), bei der die gesamte Prostata mit den Samenblasen entfernt wird, eine so genannte Prostatektomie, die beste Lösung. Doch wann genau? Und was ist dabei zu bedenken? Wird der Tumor chirurgisch entfernt, besteht in der Regel eine gute Aussicht auf Heilung – wenn der Krebs früh genug erkannt wurde. Doch kommt eine Operation nicht für jeden Patienten infrage.

Wenn ein Prostatakrebs diagnostiziert wurde, gibt es mehrere Behandlungsmöglichkeiten. Sehr oft empfiehlt der Arzt eine Operation – sie ist der am häufigsten durchgeführte Eingriff in diesem Bereich. Aus gutem Grund: Bei Tumoren, die noch nicht über die Prostata hinausgewachsen sind, bietet deren Entfernung die besten Chancen auf Heilung. Bei sieben von zehn Patienten führt eine Operation zur langfristigen Heilung, bei frühen Stadien sogar in neun von zehn Fällen.

Wann kommt eine OP infrage?

Nicht immer ist ein Eingriff das erste Mittel der Wahl, wenn ein Prostatatumor diagnostiziert wurde. Wächst der Krebs nur langsam oder kaum messbar, besteht die Möglichkeit der „aktiven Beobachtung“. Ist das Wachstum jedoch dynamisch, rückt ein operativer Eingriff stärker in den Fokus. Alternativ dazu kann auch eine Bestrahlung in Betracht gezogen werden. Prinzipiell sollten Vor- und Nachteile der einzelnen Therapiemöglichkeiten mit dem behandelnden Arzt sorgfältig abgewogen werden. Gute Voraussetzungen für einen operativen Eingriff sind:

  • ein allgemein guter Gesundheitszustand. Die Prostatektomie ist kein besonders komplexer, aber auch kein kleiner Eingriff. Das bedeutet, dass der Patient grundsätzlich so fit sein sollte, dass er sowohl eine Vollnarkose als auch die Operation gut überstehen kann.
  • ein lokal begrenzter Tumor: Eine OP kann Heilung bringen, wenn der Tumor vollständig entfernt wird. Ist er bereits in das umliegende Gewebe vorgedrungen oder hat er Metastasen gebildet, bleibt die Wirkung einer Operation begrenzt.

Minimal-invasive Methode möglich

Bei der Operation wird die gesamte Prostata mitsamt den Samenbläschen entnommen. In manchen Fällen werden auch die umliegenden Lymphknoten entfernt. Da die Prostata die Harnröhre umschließt, wird diese bei dem Eingriff durchtrennt. Anschließend wird die Harnröhre wieder mit der Blase verbunden. Damit der Heilungsprozess so ungestört wie möglich verlaufen kann, wird die Harnröhre durch einen Blasenkatheter entlastet, welcher in der ersten Phase nach der OP getragen wird.

Die Prostata befindet sich unterhalb der Harnblase und hinter dem knöchernen Schambein. Bei einem operativen Eingriff gibt es drei Möglichkeiten, dorthin zu gelangen:

  • über einen Unterbauchschnitt: Diese Technik wird bei einer stark vergrößerten Prostata gewählt.
  • über einen Dammschnitt: Wurde der Patient schon einmal am Bauch operiert oder hat er starkes Übergewicht, kann der Damm eine gute Alternative sein.
  • Minimal-invasiv: Durch mehrere kleinere Eingänge werden die Instrumente durch die Bauchdecke geführt.

Der Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt. Anschließend verbleibt der Patient noch einige Zeit im Krankenhaus. In der Regel können die Betroffenen aber bereits nach einigen Tagen, maximal nach zwei Wochen, nach Hause entlassen werden.

Nach der OP

Wie bei jeder Operation kann es manchmal zu Blutungen oder Infektionen kommen. Allgemein gilt das Risiko aber als eher gering. Größer ist die Wahrscheinlichkeit von Erektionsstörungen, denn in der unmittelbaren Umgebung der Prostata verlaufen Blutgefäß- und Nervenbündel, die bei der Erektion eine wichtige Rolle spielen. Ähnliches gilt für das Urinhalten – auch hier kann es zu Störungen (Inkontinenz) kommen.

Durch Fortschritte im technischen und medizinischen Bereich hat das Risiko einer dauerhaften Beeinträchtigung im Vergleich zu früher bereits abgenommen. Zudem gibt es vielfältige Mittel und Methoden, hier positiv zu unterstützen und dem Patienten wieder zu einem erfüllten (Liebes-) Leben zu verhelfen.

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